Bauprojekt Winsstraße 18

Winsstraße: Edeka wird zum Wohnblock

von Kristina Auer 7. Oktober 2018

UPDATE: Die Baugenehmigung für die Winsstraße ist erteilt: Ab März wird die alte Kaufhalle abgerissen und ein Wohnhaus mit 187 Wohnungen gebaut. Edeka zieht ins Erdgeschoss.


UPDATE vom 7. Oktober 2018:

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Eigentlich sollte es schon in diesem Sommer vorbei sein mit Prenzlauer Bergs Lieblings-Flirt-Supermarkt in der Winsstraße – jedenfalls für die nächsten zwei Jahre. Mit einigen Monaten Verspätung hat die Tengelmann-Tochter Trei Real Estate jetzt endlich die Baugenehmigung für das geplante Bauprojekt erhalten, wie das Unternehmen gerade mitgeteilt hat. Auf dem Grundstück der ehemaligen DDR-Kaufhalle soll ein Wohn- und Geschäftshaus mit 187 Wohnungen und 2700 Quadtratmetern Gewerbefläche im Erdgeschoss entstehen. Der Baustart ist demnach für März 2019 geplant, fertiggestellt werden soll der Gebäudekomplex im Sommer 2021. Der Entwurf für das Haus stammt vom Berliner Architekturbüro Stephan Höhne.

Bis Ende Februar kann im Edeka-Markt also voraussichtlich noch geflirtet werden. „Bis zum 28. Februar muss der geräumte Markt an die Trei übergeben werden“, sagte ein Unternehmenssprecher. Eine frühere Schließung liege im Ermessen von Edeka.

Außer in der Winsstraße baut Trei Real Estate noch drei weitere Gewerbe- und Wohnkomplexe auf Supermarktgrundstücken in Berlin und investiert dafür insgesamt 250 Millionen Euro. Unter den Projekten ist auch die Pappelallee 45, wo schon seit Juli gebaut wird.

 

ARTIKEL vom 6. Juni 2018:

Goodbye, Flirt-Supermarkt – zumindest vorübergehend: In der Winsstraße 18 werden acht Wohnhäuser mit 187 Wohnungen gebaut.

Wegen seiner bunten Deckenbeleuchtung war er im Kiez lange als Disco-Kaiser’s bekannt, als Flirt-Kaiser’s galt er gar berlinweit als heißer Tipp für die Partnersuche: Der Supermarkt in der Winsstraße 18. Nachdem vor einem Jahren aus Kaiser’s Edeka wurde, steht Prenzlauer Bergs wohl berühmtestem Supermarkt nun die nächste tiefgreifende Veränderung bevor: er wird demnächst abgerissen! Auf dem Grundstück sollen bald Häuser mit 187 neuen Wohnungen entstehen, der Supermarkt zieht ins Erdgeschoss. Im Sommer soll deshalb die Edeka-Filiale deshalb vorübergehend schließen.

 

Ein Wohnblock for 68 Millionen Euro

Bauherrin für das 86 Millionen schwere Großbauvorhaben ist wie auch in der Pappelallee 45 die Tengelmann-Tochter Trei Real Estate. Das Wohn- und Geschäftshaus soll sieben Stockwerke hoch werden und neben Gewerbeflächen im Erdgeschoss ausschließlich aus Mietwohnungen bestehen, die die Trei im eigenen Bestand halten will. Sozialwohnungen sind wie in der Pappelallee auch hier nicht geplant: Bei privaten Bauvorhaben in dieser Größenordnung kann der Bezirk nicht auf einem Teil mietpreisgebundener Wohnungen bestehen. Was aber sicher gebaut wird: Eine Tiefgarage mit rund sechzig Stellplätzen.

Edeka Winsstraße 18

So sieht er bisher aus: Der altbekannte Supermarkt mit Eckeingang in der Winsstraße 18.

Der Baubeginn steht noch nicht fest: Der Bezirk hat noch keine Baugenehmigung erteilt. Man gehe aber davon aus, die Genehmigung in den nächsten Wochen zu erhalten. Auch das Bezirksamt klingt zuversichtlich: „Das Bauntragsverfahren befindet sich soweit einschätzbar in der finalen Phase“, lässt Baustadtrat Vollrad Kuhn (Grüne) verlauten. Die Bauphase soll insgesamt etwa 24 Monate dauern, ist von der Bauherrin zu hören. Man rechne mit einer Fertigstellung im dritten Quartal 2020.

 

Abriss noch in diesem Jahr

Im Kiez haben wir bereits munkeln hören, der 31. Juli stehe bereits als Schließdatum für die Edeka-Filiale fest. Auf Nachfrage klingt das noch etwas ungenauer: „Es ist richtig, dass wir den Markt in der Winsstraße schließen. Ein genaues Datum für die Schließung kann ich Ihnen aktuell aber noch nicht mitteilen“, teilt uns eine Edeka-Sprecherin mit. Nur soviel:  „Der Abriss ist noch für dieses Jahr angedacht.“

Die Supermarktfläche im neuen Haus soll laut Edeka genauso groß werden wie bisher. Die Mitarbeiter aus der Winsstraße 18 würden für die Zeit bis zur Neueröffnung in umliegende Edeka-Märkten verlegt. Einen direkten Ersatzstandort werde es nicht geben, sagt die Sprecherin. Die Kunden könnten aber gerne auf die Märkte in der Greifswalder und in der Straßburger Straße ausweichen.

 

Entwurf mit acht Häusern und Blockrandbebauung

Der Entwurf für den Gebäudeblock stammt vom Berliner Architekturbüro Stephan Höhne. Auf dessen Webseite ist von acht Wohnhäusern mit 187 Wohnungen und einer Tiefgarage die Rede. Die Visualisierung zeigen eine klassische Blockrandbebauung. Der Supermarkteingang über die Häuserecke scheint allerdings bald Geschichte zu sein: Den Plänen zufolge gelangt man dann über die Marienburger Straße in den Edeka. Auf einer weiteren Visualisierung ist ein begrünter Innenhof mit Bäumen, Sitzbänken und Spielgeräten zu sehen. Auch die Architekten rechnen mit der Fertigstellung im Jahr 2020.

(Visualisierung: Stephan Höhne Gesellschaft von Architekten mbH)

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