Die Sterne stehen auf Frühling

written by Tim Florian Horn 10. März 2017

Die Himmelsbeobachtung im März stimmt hoffnungsvoll: Die Tag-und-Nacht-Gleiche läutet den Frühling ein. Kurz darauf werden auch schon die Uhren umgestellt.

ASTRONOMISCHE HÖHEPUNKTE IN DIESEM MONAT

 

  • 20.3. Frühlingsanfang
  • 26.3. Umstellung auf Sommerzeit
  • Venus beendet vorerst ihre Rolle als Abendstern
  • Jupiter ist der Planet der gesamten Nacht
  • Saturn ist morgens sichtbar
  • Ende des Monats ist Merkur in den Abendstunden zu sehen

 

 

PLANETEN AM ABENDHIMMEL

 

Merkur ist nur sehr selten im Jahr überhaupt mit bloßem Auge zu sehen. Ende März haben wir in den Abendstunden die Möglichkeit dieses seltene Schauspiel zu erleben. In 2017 wird dies die bestmögliche Abendsichtbarkeit des Merkurs sein.

Der kleine Merkur ist so nah an der Sonne, dass er sich auch von uns aus betrachtet nicht weit am Himmel von der Sonne entfernen kann. Das führt dazu, dass er meistens von der Helligkeit der Sonne überstrahlt wird und nur selten in Erscheinung tritt.

Ab dem 20. des Monats kann man direkt nach Sonnenuntergang, wenn es noch nicht ganz dunkel ist, in westlicher Richtung Merkur erkennen. Man benötigt dafür einen freien Blick auf den Horizont, denn je dunkler es wird, desto mehr senkt sich der kleine Planet zum Horizont herab. Bis in die erste Aprilwoche hinein kann man ihn noch beobachten, danach steht er der Sonne wieder zu nah und wird unsichtbar.

Venus verabschiedet sich als sogenannter „Abendstern“ vom Himmel. Nach Sonnenuntergang ist sie in der ersten Monatshälfte bei klarem Wetter noch einfach in den Abendstunden als das hellste sternähnliche Himmelsobjekt zu finden. Im letzten Monatsdrittel folgt der Planet Venus der Sonne bei ihrem Untergang so nah, dass wir sie mit dem bloßen Auge nicht mehr beobachten können. Sie finden unseren Nachbarplaneten – solange noch sichtbar – am Abendhimmel in westlicher Richtung.
Mars bleibt den ganzen Monat über am Abend zu sehen. Er ist als rötliches, sternähnliches Objekt relativ tief in westlicher Richtung nach Sonnenuntergang zu beobachten. Der rote Planet durchwandert dabei die Sternbilder Fische und den darauf folgenden Widder.

 

PLANETEN AM MORGENHIMMEL

 

Jupiter entwickelt sich im März immer mehr zum Planet der gesamten Nacht: Er geht immer früher auf, am Ende des Monats bereits gegen 20:15 Uhr. Nachdem die Venus vom Nachthimmel verschwunden ist, nimmt Jupiter den Platz als hellstes sternähnliches Objekt ein.

Teleskopbeobachtungen des Jupiters und seiner vier größten Monde werden dadurch auch für nicht-nachtaktive Menschen wieder möglich. Auch mit einem kleinen Hobby-Teleskop ist es recht einfach möglich diese Beobachtung durchzuführen.

Saturn ist mittlerweile in der zweiten Nachthälfte zu beobachten. In seiner Helligkeit entspricht er einem der helleren Sterne, deshalb muss man wissen, wo man ihn zu Suchen hat. Momentan befindet sich Saturn etwas rechts des Sternbildes Schütze. Genau wie dieses Sternbild kommt auch der Ringplanet in unseren geographischen Breiten nicht sehr hoch über den Horizont. Haben Sie noch ein paar Monate Geduld, die Zeiten der Sichtbarkeit vergrößern sich kontinuierlich. Im Sommer 2017 können Sie dann auch in den Abendstunden wieder die Ringe des Saturn im Teleskop beobachten.

 

FRÜHLINGSANFANG

 

Am 20. März sind Tag und Nacht genau gleich lang – man spricht von der Tag-und-Nacht- Gleiche. Dieser Tag läutet mit dem Frühlingsanfang den Beginn des Sommerhalbjahres an. Wir freuen uns auf wärmere Nächte zur Beobachtung des Sternenhimmels, stellen uns aber darauf ein dafür länger wach bleiben zu müssen.

 

ZEITUMSTELLUNG AUF SOMMERZEIT 

 

In der Nacht vom 25. auf den 26. März werden die Uhren von 2:00 Uhr auf 3:00 Uhr eine Stunde vorgestellt. Wir verlieren dadurch also eine Stunde der Nacht. Man spricht von der Umstellung von MEZ (Mitteleuropäische Zeit) auf MESZ (Mitteleuropäische Sommerzeit). Eine Eselsbrücke für die Zeitumstellung kann man sich wie folgt merken: „MESZ“ hat einen Buchstaben mehr als „MEZ“. Um also von MEZ zu MESZ zu kommen, muss eine Stunde addiert werden. MEZ +1h = MESZ. Dadurch fällt es einfacher sich zu merken, ob die Uhr vor- oder nachgestellt werden muss. In Zeiten von Smartphones und Internet wird uns eine derartige Eselsbrücke meistens abgenommen, da die digitalen Geräte die Umstellung von allein vollziehen.

 

STERNBILDER

 

Nach Sonnenuntergang sind am Abendhimmel die Sterne des Winters gut zu sehen. Sie haben ihren höchsten Stand im Süden allerdings bereits passiert und sind als Wintersechseck in den Südwesten gewandert.
Zum Wintersechseck gehören:

  • Aldebaran, das rote Auge des Stiers
  • Rigel, der rechte Fuß des Orion
  • Sirius, der hellste Stern am Himmel im Sternbild Großer Hund
  • Prokyon im Kleinen Hund
  • Kastor und Pollux in den Zwillingen (sie bilden zusammen eine Ecke des Sechsecks)
  • und Kapella im Sternbild Fuhrmann.

Am berühmtesten unter den Wintersternbildern ist der Jäger Orion. Man erkennt ihn leicht an seinen drei auffälligen Gürtelsternen. Auch Schultern und die Füße bzw. Beine des Orion kann man sich aufgrund der relativ hellen Sterne gut vorstellen. Im Schwert des Orion, das unterhalb seines Gürtels zu finden ist, kann man unter perfekten Wetterbedingungen und ohne künstliche Lichteinflüsse von Städten einen nebligen Fleck entdecken. Es handelt sich dabei um eine Sternengeburtsstätte, den Orionnebel.

Den Frühlingssternbildern gehört die Nacht: Der leicht erkennbare Löwe steht nach Sonnenuntergang bereits über dem ost- / südöstlichen Horizont. Es folgen im Lauf des Abends die Jungfrau, in der sich zur Zeit der Jupiter befindet, sowie das Sternbild Bärenhüter, in dem wir mit Arktur den dritthellsten Stern am Himmel beobachten können.

 

VIEL FREUDE BEI DER HIMMELSBEOBACHTUNG!

 

Die Teams der Berliner Planetarien und Sternwarten wünschen Ihnen einen klaren Himmel und viel Freude bei der Himmelsbeobachtung!

Bei Fragen können Sie sich gerne an uns wenden: sekretariat@planetarium-berlin.de
Sie finden uns im Internet unter: www.planetarium.berlin

 

Alle Grafiken: © SPB | Gestaltung: yellow too | Grafiken und Satz: Luise Wilhelm, www.völligohne.de

 

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