Thälmannpark: Bauen auf giftiger Erde erlaubt

von Anja Mia Neumann 3. März 2017

Zehn Meter unter der Erde des Thälmannparks liegen noch Reste von Gasbehältern. Drin lagert schadstoffhaltiger Müll, der Krebs erzeugen kann. Drauf gebaut werden soll: eine Schule.

Die Bodenuntersuchungen vom Ernst-Thälmann-Park sind zu einem Ergebnis gekommen: Da sind Gifte in der Erde, aber bauen kann man trotzdem drauf. So lässt sich das zusammenfassen, was Pankows Stadtrat für Stadtentwicklung Vollrad Kuhn (Grüne) am Mittwoch bei der Bezirksverordnetenversammlung verkündete.

Gefragt nach den Schadstoffen im Boden hatte der SPD-Verordnete Matthias Böttcher. Eine Frage nicht ohne Grund: Es gibt große Baupläne rund um das Plattenbau-Areal vom Thälmannpark. Auf dem stand früher ein Gaswerk, das von der DDR-Regierung abgerissen wurde – ohne die Reste ordentlich zu beseitigen. Die Folge ist verseuchte Erde. Der Spielplatz inmitten der Wohnsiedlung musste bereits geschlossen, gereinigt und mit neuer Erde aufgeschüttet werden. Zu gefährlich war das Spielen für die Kinder.

„Mit schadstoffhaltigen Abfällen verfüllt, unter anderem Pak und Cyanide.“

 

Dennoch soll in den nächsten Jahren auf dieser Erde gebaut werden – der Mangel an Wohnungen und Schulplätzen im Kiez ist groß. An den S-Bahngleisen auf dem ehemaligen Güterbahnhof Greifswalder Straße und auf den Parkplätzen der Lilli-Henoch-Straße sollen Wohnungen entstehen, die ein Investor bauen will. Nördlich der jetzigen Grundschule am Planetarium ist ein Erweiterungsbau geplant, so dass künftig doppelt so viele Schüler wie heute dort zur Schule gehen könnten (ein Plus von 360 Plätzen).

Neue Altlastenuntersuchungen zeigen nun: „Im Bereich des geplanten Schulcampus befinden sich noch die Reste von zwei Gasometern mit bis zu zehn Meter tief…

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