Gebrauchsanweisung für den SEV

von Juliane Wiedemeier 30. März 2012

Ab Freitagabend fährt die S-Bahn nicht mehr Richtung Neukölln, und eine Woche später stellt auch die U2 ihren Betrieb ein. Was nun?

Am heutigen Freitag beginn in Prenzlauer Berg die Zeit des Schienenersatzverkehrs, vor dem wir uns alle schon seit Wochen fürchten. Als kleine Service-Gazette haben wir alle wichtigen Infos und Tipps hier noch einmal zusammengefasst.

 

Wann geht’s denn eigentlich los?

An diesem Freitag, den 30., um 22 Uhr geht’s los, dann stellt die Ringbahn zwischen Schönhauser Allee und Neukölln (über Ostkreuz) ihren Betrieb ein. Zwei Wochen lang muss man sich dann in die Ersatzbusse quetschen, bis in der Nacht zu Montag, 16. April, die Ringbahn wieder rollt.

 

Okay, von der S-Bahn sind wir ja Kummer gewöhnt. Aber fährt denn dann wenigstens die BVG planmäßig?

Natürlich nicht. Zwischen Samstag, 7. April und Dienstag, 10. April fährt die U2 zwischen Pankow und Stadtmitte nicht. Ab dem 10. April wird die Sperrung verkürzt auf die Strecke zwischen Pankow und Rosa-Luxemburg-Platz. Das soll dann bis Montag, 16. April dauern. Auch hier werden alternativ Busse fahren.

 

Und war da nicht noch irgendwas mit Marathon?

Fast. Am nächsten Sonntag, 1. April, ist Halbmarathon, also die Version für Unsportliche. Am Sonntag joggen die vom Alex nach Charlottenburg und wieder zurück, und damit sie das ungestört tun können, wir die M2 morgens eine zeitlang gar nicht fahren und dann bis ungefähr 16 Uhr ab Memhardstraße zum Hackeschen Markt umgeleitet.

 

Na toll. Und jetzt? Ich habe doch gar kein Auto!

Das macht auch nichts. Entweder stürzt man sich in das Abenteuer Schienenersatzverkehr und lässt sich entlang der Ringbahn mal durch die Industriegebiete und Discounter-Paradiese schuckeln, die man sonst nie zu Gesicht bekommt. Auch auf der Strecke der U2 gibt es ja viel zu entdecken, wenn die mal nicht am Senefelder Platz unter der Erde verschwindet. Oder man sucht sich Alternativen, etwa die U8 ab Gesundbrunnen oder M1 und M10. Letztere sollen in Zeiten des Schienenersatzverkehrs sogar häufiger fahren als üblich.

 

Alles schön und gut, aber ich fliege nun mal Mittwoch in den Osterurlaub ab Schönefeld, und mit den vier Schrankkoffern, mit denen ich immer reise, passe ich niemals in der SEV!

Je nachdem, wo man wohnt, reist man entweder mit M1, M2 oder M4 an die nächstgelegene Haltestelle der Stadtbahn und fährt von dort mit dem Schönefeld-Express. Oder man nimmt ab der Schönhauser Allee die Ringbahn bis Westkreuz und fährt von dort nach Schönefeld. Dabei sollte man aber einplanen, dass die Reise zum Flughafen vermutlich länger dauern wird als der sich anschließende Flug.

 

Die Ringbahn ist für mich ja nicht nur Verkehrsmittel, sie ist auch Möbeltransporter und rollende Kneipe. Was nun?

Wer gerne beim Bahnfahren Bier trinkt, für den empfiehlt sich eh die Fahrt mit der M10. Bei kleineren Möbelstücken drückt deren Fahrer auch mal ein Auge zu. Ab Lattenrost-Größe empfehlen wird aber, zwei Wochen mit dem Transport zu warten oder doch das Geld in den bekannten Laster-Verleiher mit der Robbe zu investieren. Oder man kidnapped kurzfristig am nächsten Spielplatz eins der dort abgestellten Lastenfahrräder.

 

Kann man sich denn wenigstens darauf verlassen, dass der Spaß auch wieder pünktlich aufhört?

Wir wollen es hoffen. Aber wie immer gilt hier das Motto jeder Berliner Baustelle: „Kommt drauf an…“

 

Eine letzte Sache noch: Mir passieren im Gedränge des SEV immer so absurde Sachen. Kann ich die Euch erzählen?

Na klar. Wir haben doch immer für alles ein offenes Ohr, und für schöne Geschichten aus dem SEV sogar noch Platz auf unserer Seite. Also immer her damit, per Mail an redaktion@prenzlauerberg-nachrichten.de, per Facebooknachricht oder via Twitter @prenzlette. Der- oder Diejenige mit der schönsten Geschichte gewinnt den goldenen Einzelfahrschein. Vielleicht.

 

 

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