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Alltag

Christian Gérôme

Alltag | Interview

"Wir wollen keine Schickimicki-Gegend"

02.06.2014 | Juliane Wiedemeier | 7 Kommentare

Investor Christian Gérôme im Interview über seine Pläne für den ehemaligen Güterbahnhof Greifswalder Straße, bezahlbare Wohnungen und die umstrittene Sanierung der Gleimstraße 52.

Herr Gérôme. 2011 haben Sie den ehemaligen Güterbahnhof Greifswalder Straße gekauft. Wie sind Sie auf das Grundstück aufmerksam geworden?

Es war im Internet öffentlich ausgeschrieben. Jeder konnte es erwerben, aber keiner wollte es haben.

 

Was hat Sie daran interessiert?

Die Lage. Viele Freunde haben mir geraten, dort ein Hotel zu bauen. Es gab auch einen Logistiker, der meinte, ich solle einen Supermarkt platzieren. Aber ich habe gesagt: Das möchte ich nicht, ich möchte das entwickeln.

 

Was genau sind ihre Pläne?

Wir wollen Wohnungsbau realisieren - aber keine Luxuswohnungen und keine Penthäuser, wir wollen keine Schickimicki-Gegend draus machen. Sondern wir wollen Wohnraum für Familien schaffen, für Senioren, einen gesunden Mix in einer grünen Lage. Jetzt haben wir eine betonierte Fläche. Die wollen wir mit einem bezahlbaren Wohnraum bebauen, von dem alle etwas haben, in klassischer Architektur, die in den Kiez passt. Kein Schuhkarton. Eine grüne Gartenstadt.

 

Wie soll diese Wohnbebauung konkret aussehen?

Es ist ein Mix aus kleineren Wohnungen mit zwei, drei Zimmern und familienfreundlichen Wohnungen mit drei, vier Zimmern geplant. Wir fangen bei 40 Quadratmeter an und gehen bis 90, 95 Quadratmeter hoch.

 

Wie groß ist das Grundstück?

Das sind 28.000 Quadratmeter.

 

Und wie viele Wohnungen sind dort geplant?

Wir wollen viele Wohnungen schaffen, aber konkrete Zahlen kann ich noch nicht nennen. Das hängt von den Abstimmungen mit dem Planungsamt ab.

 

Güterbahnhof Greifswalder Straße

Der einstige Güterbahnhof Greifswalder Straße. (Foto: Ann-Kathrin John)

  

Sollen es Eigentums- oder Mietwohnungen werden?

Es soll ein Mix sein. Aber wir wollen die zukünftigen Bewohner auch in die Verantwortung bringen. Die Zinsen sind günstig; ich empfehle jedem, bevor er Mieten in Berlin zahlt, eine Wohnung zu kaufen, wenn er es kann. Mit einem kleinen Gartenanteil – für Familien ist das optimal.

 

Sie haben angekündigt, dass die Wohnungen bezahlbar seien sollen. Was ist denn aus ihrer Sicht bezahlbar?

Bauen ist heute teuer. Wir müssen die Handwerker bezahlen, die Baukosten, Steuern – die Baukosten sind in den letzten Jahren stark gestiegen. Daher ist es zurzeit schwierig, konkret zu kalkulieren. Derzeit rechnen wir mit acht Euro Kaltmiete.

 

Im Thälmann-Park zahlt man im Schnitt derzeit fünf Euro.

Die einen, die meckern, es muss alles preiswert sein, fordern auf der anderen Seite einen Mindestlohn. Es muss alles passen. Zaubern kann keiner. Neubau für fünf Euro ist nicht machbar.

 

Wann soll Baubeginn sein?

Das dauert noch. Die Gespräche mit dem Bezirk laufen. Mehr kann ich dazu nicht sagen.

 

Der Thälmann-Park wurde ja Anfang des Jahres unter Denkmalschutz gestellt. Hat das irgendwelche Folgen für Ihre Arbeit?

Nein.

 

Ein weiteres Thema auf dem Thälmann-Areal sind die Altlasten. Ihr Grundstück war früher ein Güterbahnhof. Macht Ihnen das keine Sorgen?

Wir haben ein Gutachten. Aber das heißt nicht, dass es wirklich so sein wird. Wir sind auf alles vorbereitet. Ich kann mir vorstellen, dass da noch einiges vergraben ist.

Das Grundstück ist komplett betoniert, die Entsorgungskosten sind immens hoch. Das wird ein Millionenbetrag sein. Außerdem liegt es nicht nur an der S-Bahn, sondern auch an der Schnelltrasse. Auch damit sind enorme Kosten verbunden, für eine Lärmschutzwand.

Wir haben momentan noch kein Baurecht, aber ich glaube an den Standort und ich glaube, dass es aufgrund der Lage auch in Zukunft sehr interessant sein wird, da zu wohnen und zu investieren.

 

Es gibt ja eine Debatte um die Zukunft des Areals. Die Politik hat über ein Jahr lang dessen Entwicklungspotential untersuchen lassen. Wie waren Sie an diesem Prozess beteiligt?

Ich persönlich wurde nie beteiligt bis jetzt. Es kann sein, dass mal ein Vertreter von mir angesprochen wurde. Aber ich – ich habe nur einmal kurz mit jemandem telefoniert, sonst hatten wir keinen Kontakt.

 

Das heißt, Ihre Sichtweise ist in der Analyse des Areals nicht erfasst?

Das ist richtig.

 

Sehen Sie da ein Versäumnis?

Nicht unbedingt. Ich schätze die Stattbau und Herrn Kirchner sehr. Er regiert auf die gesellschaftliche Situation in Berlin, dass wir einfach Wohnraum brauchen. Es muss etwas passieren. Wenn ich das Grundstück betrachte, im Vergleich zu allen anderen Grundstücken, dann nehmen wir niemandem etwas weg. Wir nehmen keinen Spielplatz weg, wir nehmen keine Laubenkolonie weg, wie verschatten niemanden, wir nehmen keinen Park weg. Jetzt ist es ein Schandfleck für die ganze Region. Es ist ein Gewerbegebiet, das darf man nicht vergessen.

 

Sie nehmen automatisch eine Verteidigungshaltung ein. Liegt das an dem schlechten Ruf, den Investoren in Berlin derzeit haben?

Da wird bewusst ein Hassbild aufgebaut. Es geht immer um die Rendite und das Geld, das da verdient wird. Dass da Mehrwert geschaffen wird, dass da Wohnungen und Arbeitsplätze entstehen, dass da Gewinne gemacht werden, von denen wiederum Steuern bezahlt werden, die wiederum Renten und Parkpflege und alles bezahlen – darüber redet keiner.

 

Aber dieses Klischeebild des Investors, dass sie gerade beschrieben haben, hat ja auch einen wahren Kern. Nehmen wir die Sanierung der Gleimstraße 52. Dort wurden Altmieter verdrängt. Trotz eines bestehenden Vertrages konnte ein Mieter nicht in seine Wohnung zurückkehren, weil diese in der Zwischenzeit mit einer anderen zusammengelegt worden war und so gar nicht mehr existierte. An diesem Prozess waren Sie selbst direkt beteiligt. Und die Schuld am schlechten Image der Investoren sollen nun die Anwohner tragen?

Nein. Aber es ist sehr einseitig berichtet worden. Es wurden bewusst Unwahrheiten verbreitet. Zum Beispiel wurde behauptet, wir hätten Wasser abgestellt – das war die Feuerwehr, wie sich hinterher herausgestellt hat, bevor wir überhaupt Eigentümer waren. Keiner redet davon, dass uns das Kammergericht bestätigt hat, dass wir in allen Punkten Recht hatten und nichts dafür können, wie es passiert ist.

 

Gleimstraße 52 saniert

Das Haus in der Gleimstraße 52 nach der Sanierung. (Foto: Juliane Wiedemeier)

 

Das gilt auch für den Fall mit der Zusammenlegung der Wohnung?

Ich weiß nur, dass wir vor dem Kammergericht Recht bekommen haben, in letzter Instanz.

Viele Mieter haben uns hinter vorgehaltener Hand gesagt: Hören Sie zu. Entweder, Sie zahlen uns eine hohe Abschlagssumme, oder wir machen mit anderen Beteiligten Radau, wir schalten Internetseiten oder Ähnliches. Wir wurden massiv unter Druck gesetzt. Wir haben teilweise hohe Abfindungsbeträge gezahlt. Davon redet keiner. Wir haben ein schönes Haus saniert. Wir haben nur einen Rohbau zur Verfügung gestellt, wir haben keinen Luxus gebaut.

 

Das heißt, Sie sehen sich als Opfer einer Medienkampagne?

Nein, keiner Medienkampagne. Natürlich stehen dahinter berechtigte Interessen von Anwohnern.

Wir hatten ein Haus mit 40 Wohnungen. Als wir es gekauft haben, standen 25 davon leer. Dass wir die saniert und Wohnraum geschaffen haben, davon redet niemand. Man redet nur davon, dass da 15 Mieter drin waren. Von denen gab es zwei, drei, die alles blockiert haben. Wegen denen mussten 37 Wohnungen leer stehen. Wie egoistisch ist denn das? Es gibt einen, der sagt „Ich will nicht mehr Miete zahlen“. Dafür müssen alle anderen Wohnungen leer stehen. Das ist doch in keinem gesunden Verhältnis.

 

In der Wisbyer Straße gibt es gerade wieder Ärger bei der Sanierung eines Hauses, an dem ihr Geschäftspartner Sascha Klupp beteiligt ist.

Da ist es ähnlich: Es gibt ein paar Mieter, die wollen alles verhindern. Sie setzen Herrn Klupp massiv unter Druck; er ist kurz davor, die Kripo einzuschalten.

 

Aber auch hier gibt es wieder konkrete Vorwürfe von Bewohnern, die vermuten lassen, dass hier bewusst Mieter aus ihren Wohnungen rausgedrängt werden sollen. Bei einer Mieterin stand die Wohnung unter Wasser. Das klingt nach Methoden aus den 90ern, als auch mal ein kleines Feuer gelegt wurde, um das Haus „warm zu entmieten.“

Auf einer Baustelle passiert immer wieder Pannen. In der Wisbyer Straße haben Bauarbeiter eine Wasserleitung angebohrt. Von solchen Entmietungsmethoden, wie Sie sie ansprechen, distanziere ich mich ausdrücklich.

 

Auf dem Güterbahnhof Greifswalder Straße wohnt zwar niemand, aber es gibt die Anwohner aus dem Thälmann-Park, die eigene Pläne für das Areal haben: Sie wünschen sich einen Park.

Diese Pläne sind eine Illusion, das ist völlig unrealistisch. Wir sind jetzt bei Investitionskosten im zweistelligen Millionenbetrag. Ich weiß nicht, wie die Anwohner sich das vorstellen.

 

Aber macht es nicht Sinn, sich mal gemeinsam an einen Tisch zu setzen und ins Gespräch zu kommen? 

Deren Forderung ist: Wir wollen nur Grün haben. Da gibt es keine Diskussionsgrundlage. Das ist auch sehr egoistisch zu sagen, ich gönne den anderen keinen Wohnraum.

Wir haben genug Park. Das ist eine reine Nordlage. Ich schade keinem. Wenn wir dort glückliche Familien unterbringen, dann freue ich mich.

 

Den Anwohnern geht es jedoch nicht nur um den Park. Sie sorgen sich auch, dass mit einem Neubauprojekt wie dem ihren der Mietspiegel steigt, was auch für sie Folgen haben könnte.

Ich verstehe deren Angst, aber wir haben doch gerade eine Mietpreisbremse beschlossen.

Außerdem kann man doch nicht sagen, ich verhindere den Wohnungsbau nebenan, und verhindere, dass Familien dort ihr Grundbedürfnis decken, nämlich Wohnen. Nur weil ich Angst habe, dass meine Miete steigt.

 

 

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Kommentare

1 | no1knows | 04. Jun. 2014 17:31

Da kommen einem ja fast die Tränen wenn man liest, welch schweres Schicksal den armen Investoren Gerome & Klupp zuteil wird.
"Sie" als "unabhängige" Zeitung sollten sich zurecht (auch von der Konkurrenz) fragen lassen, warum "Sie" solchen scheinheiligen Personen eine Plattform bieten.
Verbunden mit stetigen "Aufrufen und Hinweisen" Mensch möge doch dem Freundeskreis beitreten, hinterlassen solche Artikel einen mehr als "üblen Nachgeschmack".

2 | Juliane Wiedemeier | 04. Jun. 2014 17:52

@no1knows
Journalismus bedeutet, dass man mehr als eine Seite hört. Sowohl am Thälmann-Park als auch bei der Gleimstraße gehört Herr Gérôme zu den Akteuren, womit er - neben Anwohnern und Politik - zum Thema zu befragen ist.
Ich biete hier also niemandem eine Plattform, ich mache schlichtweg meinen Job. Ob Sie, die Anwohner oder ich ganz persönlich mit Herrn Gérôme einer Meinung sind, steht auf einem ganz anderen Blatt. Aber um sich eine Meinung zu bilden, hilft es ja erst einmal, zu hören, was jemand meint und will. Ich denke, dazu hat das Interview beigetragen.
Worauf Sie mit Ihrem Hinweis auf unseren Freundeskreis hinauswollen, über den wir uns finanzieren und mit dessen Hilfe wir das Angebot "Prenzlauer Berg Nachrichten" derzeit für alle frei zugänglich ermöglichen können, müssen Sie mir aber noch einmal erklären.

3 | no1knows | 04. Jun. 2014 22:36

Sehr geehrte Frau Wiedemeier,

ob durch dieses Interview tatsächlich Licht in die „wahren“ Pläne des „Konglomerats Klupp / Gerome“ gebracht wurde und wie glaubhaft bzw. beständig die Äußerungen des Herrn Investors sind sei, bei allem Verständnis für Ihre journalistische Tätigkeit, dahingestellt.

Und ja, grundsätzlich bieten Sie mit Ihrer relativ unkritischen Berichterstattung Herrn Gerome eine entsprechende Plattform.

Vor allem Ihre (Nach)fragen zu „bekannten Streitthemen“ (Gleimstraße 52, Wisbyer Straße 6 usw.) lassen gerade im Hinblick auf die Antworten Herrn Geromes doch jeden Aspekt eines kritischen Journalismus vermissen. Dabei ist es auch unerheblich ob Sie nun einer Meinung sind mit Herrn Gerome, den Anwohnern oder wem auch immer.

4 | Holger Sudhoff | 05. Jun. 2014 01:17

Hallo no1knows,

zunächst: Wie armselig ist es eigentlich, dass Sie sich nicht trauen Ihre Kritik, die Sie ja für berechtigt halten, mit Ihrem richtigen Namen anbringen.

Ich habe in der ganzen Diskussion kein einziges Mal, eine Stellungnahme von Herr Geromme gelesen oder gehört. Noch nicht einmal in dem rbb-Film von Frau Rothe über den Thälmann-Park. Ein Schelm, wer böses dabei denkt. Und traurig, dass wir mit unseren GEZ-Gebühren so ein einseitiges Stück finanzieren müssen.

Die Wahrheit ist wohl, dass Sie, wie auch Frau Rothe Aktivisten sind für ihr spezielles (partikulares?) Interesse. Und anstatt mit offenem Visier zu kämpfen, verstecken Sie sich hinter einem nickname und Frau Rothe hinter dem Feigenblatt TV-Journalismus.

Hier die PBN anzugreifen, die für die politische Arbeit im Kiez wohl das beste ist, was uns passieren konnte, ist lächerlich und zeigt, dass Sie wohl in etwa so ein Demokrat sind wir Herr Thälmann einer war.

Pfui!

Holger Sudhoff

5 | Andreas Hoepfner | 14. Jun. 2014 15:03

@ Holger Sudhoff, es ist nun wirklich völlig normal, im Internet Kommentare unter Pseudonym abzugeben. Das kann man gut oder schlecht finden, aber Fakt ist, dass auch kein Mensch kontrollieren kann, wer sich z.B. hinter dem Namen "Holger Sudhoff" verbirgt... Wenn ich lese, wie sie hier die Thälmann-Keule schwingen, könnte das auch genausogut direkt vom Lobbyisten Willo Göpel kommen, der im Auftrag von Herrn Gerome tätig ist. Keiner kann da je nachprüfen.
Nebenbei gesagt: dass sie bisher in der Diskussion nie eine Stellungnahme von Herrn Gerome gelesen haben könnte damit zusammenhängen, dass er einfach bisher nie eine abgegeben hat. Aber er wird schon wissen was er tut, schließlich lässt er sich von Herrn Göpel beraten, der sich auch um die PR kümmert.

6 | Andreas Hoepfner | 14. Jun. 2014 16:05

@ Juliane Wiedemeier
Ich finde es grundsätzlich auch journalistisch ok, wenn man alle Seiten anhört. Dennoch ist das Interview tatsächlich in verschiedenen Punkten problematisch:

1. Sie transportieren mit der Überschrift die Kernwerbebotschaft von Herrn Gerome in diesem Interview. Ein Blick auf die Internetseite seiner Firma "Allgemeine Immobilien Börse" hätte ihnen gezeigt, dass er sich eben gerade auf Luxus-Immobilien spezialisiert hat.

2. Warum lassen sie ihm die Behauptung durchgehen, er würde eine Kaltmiete von 8€/qm anstreben? Nicht mal die öffentlichen Wohnungsbaugesellschaften halten Neubaumieten unter 10€ für realisierbar, selbst wenn sie auf landeseigenen Grundstücken bauen. Das wissen sie doch auch...

3. Das krasseste ist doch aber seine Bemerkung, er habe sich überhaupt nicht in die Voruntersuchung Thälmannpark eingebracht. Im Abschlußbericht selbst steht, dass es natürlich Gespräche mit den Grundstückseigentümern gab, was ja auch völlig normal ist. "Vielleicht wurde ein Vertreter angesprochen..." Es ist doch kein Geheimnis, dass Herr Göpel von der Lobbyfirma "urbanspaces" die Interessen von Herrn Gerome vertritt. Dieser wäre ja ein schlechter Lobbyist, wenn er nicht massiv Einfluß genommen hätte. Und zwar mit beeindruckendem Erfolg: Im Abschlußbericht ist das Grundstück von Herrn Gerome als Baupotentialfläche mit 700 Wohnungen ausgewiesen. Das ist auf der Fläche übrigens nicht mit einer kuscheligen Gartenstadt, sondern nur mit Hochhäusern zu machen. Das ist ja auch der eigentliche Plan, das kann ihnen auch Herr Kirchner bestätigen, er ist ja ein großer Fan davon.

4. Die Behauptung "wir haben genug grün" ist nicht nur völlig falsch, sondern einfach unverschämt. Wenn Herr Gerome selbst hier wohnen würde, dann wüsste er, dass große Teile unseres Stadtteils zu den am dichtesten bebauten und besiedelten in Berlin zählen. Dass sie, Frau Wiedemeier von den Prenzlauer Berg Nachrichten, einem Immobilienhändler aus dem Grunewald so eine dreiste Lüge unwidersprochen durchgehen lassen, ist absolut unverzeihlich. Für die zukünftige Recherche empfehle ich ihnen unseren Bürgerantrag (https://thaelmannpark.files.wordpress.com/2014/06/bc3bcrgerantrag-ai-thc3a4lmannpark.pdf) für die nächste BVV-Sitzung, dort finden sie im Anhang mehrere Karten, die die mangelhafte Grünflächenversorgung im Prenzlauer Berg belegen. Falls man dafür als Bewohner des Stadtteils überhaupt einen Beleg braucht.

Außerdem stehe ich ihnen natürlich gerne zur Verfügung, falls sie auch mal in aller Ausführlichkeit über das alternative Konzept des Grünzuges entlang der Ringbahn berichten wollen.

7 | Juliane Wiedemeier | 19. Jun. 2014 11:49

Lieber Herr Hoepfner,
vielen Dank für Ihre Anmerkungen. Ich denke, das Interview zeigt ganz gut, was Herr Gérôme sich für den Güterbahnhof vorstellt und welche Meinungen er vertritt. Dass dazu Ansichten gehören, die Sie nicht teilen - etwa die Einschätzung, was Luxus ist, und wie viel Grün der Prenzlauer Berg benötigt - liegt hier wohl in der Natur der Sache. Genau deshalb war dieses Gespräch, wie Sie ja wissen, auch ursprünglich als Doppel-Interview geplant, nämlich mit Herrn Gérôme und einem Vertreter der Anwohnerinititiave Thälmannpark. Herr Gérôme war dazu bereit; die Initiative nicht.
Darüber hinaus sind die Pläne Ihrer Initiative mir natürlich vertraut und hier auch schon oftmals Thema gewesen und werden das sicher auch immer wieder sein, zum Beispiel anlässlich des von Ihnen angesprochenen Bürgerantrags bei der nächsten BVV.
Viele Grüße,
Juliane Wiedemeier

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