Parkplatz Velodrom Prenzlauer Berg

Es war einmal ein Parkplatz…

von Kristina Auer 25. Februar 2018

Alles, was diese Woche in Prenzlauer Berg wichtig war: Parkplätze, Baupläne und Graffiti + ein Theater-, ein Literatur- und ein Filmfestival + Mordverdacht, Robben & Wientjes und die Haltestellen der M1.


Liebe Mitglieder und Abonnenten!

Es war ein mal ein Parkplatz in Prenzlauer Berg, auf dem immer noch ein Platz frei war…so oder so ähnlich werden die Geschichten klingen, die uns in ein paar Jahren wahrscheinlich wie Märchen vorkommen werden. Einer der allerletzten Wohlfühl-Parkplätze in Prenzlauer Berg ist bald Geschichte. Warum steht in unserem:

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Thema der Woche: Baupläne am Velodrom

Und was war sonst los in Prenzlauer Berg?

  • Der Traum vom legalen Malen: Mehr legale Flächen für Graffiti wollten unsere Bezirkspolitiker erreichen, zum Beispiel im Mauerpark. Doch das Bezirksamt sagt: Jein.
  • Fensterposse am Kollwitzplatz: Seit Vorwendezeiten gibt es die vier Fenster in der Brandwand der Kollwitzstraße 69. Der Bezirk fordert: Sie müssen zugemauert werden.
*** PBN-Leser im Theater ***
In der letzten Woche haben wir zwei PBN-Mitgliedern Karten für „Das Orakel von Delphi“ im Ballhaus Ost geschenkt! Andreas war einer von ihnen und hat uns vom Theaterbesuch berichtet.

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Kurz und knapp:

  • Straßenbahn: Der Bezirk soll sich dafür einsetzen, dass die M1-Haltestellen Milastraße und Schönhauser Allee/Bornholmer Straße unter die Hochbahn verlegt werden. So sollen die Schlenker der Fahrradwege aufgehoben werden, sie gelten als gefährlich. Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) hat den Antrag von Linke und Grüne am Mittwoch beschlossen.
  • Spocht: Die Bäderbetriebe sollen das Frühschwimmen in der Schwimmhalle Thomas-Mann-Straße künftig stärker bewerben, auch das hat die BVV beschlossen. Unser Beitrag sei hiermit geleistet: Von Dienstag bis Freitag darf morgens von 6.30 Uhr bis 8.00 Uhr geschwommen werden!

Komm‘ in unsere Nachbarschaftsgruppe!

Prenzlauer Berg Nachbarschaft

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Unsere Fundstücke für Prenzlauer Berg:

  • Wohnungen statt Autoverleih: Robben & Wientjes verlässt Prenzlauer Berg, berichtet der Tagesspiegel. Die Geschäftsstelle zieht nach Lichtenberg. Der Grund: Auf dem Grundstück soll gebaut werden.
  • Weltall auf Erfolgskurs: Die Stiftung der Planetarien feiert derzeit Rekorde, allen voran das Zeiss-Großplanetarium in der Prenzlauer Allee. Warum das so ist und was in diesem Jahr noch alles passieren wird, hat der Leiter Tim-Florian Horn dem rbb-Inforadio im Interview erzählt.
  • Prenzlauer-Berg-Connection: Die Dichterin Elke Erb war Teil der inoffiziellen Lyrik-Szene im Prenzlauer Berg der 80er Jahre. Für ihren Band „Kastanienallee“ erhielt sie den Peter-Huchel-Preis. Die Zeit würdigt sie zum 80. Geburtstag als „Königin der poetischen Renitenz“.

Kriminelles und Unschönes aus dem Kiez:

  • Schwerer Unfall: Ein 48-jähriger Mann lief vergangene Donnerstagnacht auf die Fahrbahn der Kastanienallee, ohne auf den Verkehr zu achten. Ein Taxi wich auf die Gegenfahrbahn aus, um einen Aufprall zu vermeiden, stieß dort aber mit einem entgegenkommenden Taxi zusammen. Dieses prallte gegen den Bordstein und dann zurück auf die Fahrbahn, wo es eine 52-jährige Radfahrerin erfasste. Sie kam mit schweren Verletzung an Rumpf und Beinen in ein Krankenhaus.
  • Autobrand: Am frühen Sonntagmorgen brannte ein nicht für den Straßenverkehr zugelassener PKW in der Storkower Straße. Polizeibeamte nahmen in unmittelbarer Nähe einen alkoholisierten 20-Jährigen fest, der angab, in dem Wagen übernachtet und geraucht zu haben.
  • Mordverdacht: Ein paar Meter hinter der Stadtteilgrenze hat sich höchstwahrscheinlich ein Mord zugetragen. Ein Mann rief am Mittwochmorgen die Polizei in ein Haus in der Thulestraße, nachdem ihm sein Bekannter erzählt hatte, er habe im selben Haus einen 67-Jährigen getötet. Die Polizei fand in der angegebenen Wohnung die Leiche eines Mannes und nahm den 53-jährigen Tatverdächtigen fest. Jetzt ermittelt die Mordkommission.

Diese Berliner Themen sind wichtig für uns:

  • Armut: Seit 25 Jahren gibt es die Berliner Tafeln, die arme Menschen mit Essen versorgt. Das Erste zeigt eine Doku über ihre Geschichte und ihre Aufgaben – mit einem ehemaligen Bewohner und Wohnungslosen aus Prenzlauer Berg.
  • Reichtum: 23 Steuerpflichtige mit bedeutenden Einkünften leben in Prenzlauer Berg. Das hat der rbb recherchiert. Richtig spannend wird es bei den Steuerprüfungen: Bei 67 Steuerprüfungen wurden in Prenzlauer Berg 2017 nachträglich rund 3,5 Millionen Euro mehr eingenommen, so viel wie sonst nirgends in Berlin.
  • Lärm: Entschuldigung, wie bitte? Auf der Lärmkarte der Berliner Morgenpost könnt Ihr nachschauen, wie laut es tagsüber und nachts genau vor Eurer Haustür ist!
*** Leute aus dem Kiez ***

Foto: Barbara Dietl

Für seinen Roman „Das Weiszheithaus“ hat Holger Siemann über sieben Jahre lang zur Geschichte der Kopenhagener Straße und des Gleimviertels recherchiert. So erfuhr er vom jüdischen Verleger und wohltätigen Bürger Rudolf Mosse, nach dem im heutigen Jahnsportpark früher einmal eine Straße benannt war. Seitdem setzt sich Siemann für das Gedenken an Rudolf Mosse an Ort und Stelle ein. Auch die Pankower CDU ist auf das Thema aufmerksam geworden und hat in der jüngsten Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) einen entsprechenden Antrag eingebracht – sie möchte den Hauptweg durch den Mauerpark – also den Abschnitt der Schwedter Straße – nach Mosse benennen. Der Antrag sei eine „Herzensangelegenheit“ des Ortsverbands Prenzlauer Berg Ost, hat uns die CDU-Verordnete Denise Bittner erzählt. Man wolle sich in Sachen Rudolf Mosse nun auch mit Holger Siemann und seinen Mitstreitern vernetzen.

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Termine und Tipps:

  • Fahrzeugversteigerung: Im BVV-Saal werden am heutigen Freitag um 13.30 Uhr wieder alle berlinweit verwahrten Fahrzeuge versteigert. Ab 9 Uhr können die Autos und Transporter vorab besichtigt werden. Die Liste der Fahrzeuge und alle weiteren Infos findet Ihr hier.
  • Literaturfestival: Am 26. Februar startet in Prenzlauer Berg wieder das Festival Literatur Berlin mit einer ganzen Menge an Lesungen, Buchpremieren und Gesprächen. Veranstaltungsorte sind das Maschinenhaus in der Kulturbrauerei, das Museum am Wasserturm, der Georg Büchner Buchladen und einige mehr. Hier geht es zum gesamten Programm.
  • Prenzlauer Berginale: Vergesst die Berlinale, ab 27. Februar steigt im Babylon Mitte Berlins wirklich bedeutendes Filmfest, die Prenzlauer Berginale. Wir berichten am Montag noch ausführlich, bis dahin findet Ihr hier alle Infos.
  • Theaterfestival zur Digitalisierung: In der Schaubude an der Greifswalder Straße startet ebenfalls am 27. Februar das Festival „Wir sind die Zukunft“. Im Figuren- und Objekttheater geht es  dabei um Digitalisierung: Welche Auswirkungen hat sie auf die Gesellschaft, wie ändert sich das Verhältnis von Mensch und Maschine, und was bedeutet das für das Theater? Hier findet Ihr das Programm und weitere Infos.
  • Schwarzer Humor im Glaspalast: Die Schauspielerin Lina Wendel ist auch im Hamlet des Hexenberg-Ensembles zu sehen. Am 27. Februar gibt sie ihr schwarzhumoriges Soloprogramm „Du bist nur der Arsch“ im Glaspalast am Pfefferberg zum Besten. Wendel spielt in dem satirischen Stück neun unterschiedliche Frauen.
  • Kurzfilme im Lichtblick-Kino: Die diesjährigen Oscarnominierungen in der Kategorie Kurzfilm werden ab 1. März an sechs Terminen in der Kastanienallee gezeigt.

Das habt Ihr vielleicht verpasst:

  • Die ungeschminkte DDR: „Diesen schönen Spruch: es war nicht alles schlecht – den finde ich zum Kotzen“, sagt Fotograf Harald Hauswald. 100 seiner Bilder sind noch bis 1. März in der Ausstellung „Voll der Osten“ zu sehen. Wir zeigen Euch einige Fotos.
  • Die Puppenspielerin: Adolf Hitler, Gott und ein Penis sind nur drei der über 100 Kreaturen, die die Prenzlauer Berger Puppenspielerin Suse Wächter erschaffen hat.

Unser Zitat der Woche:

  • „Die Arbeit in der freiwilligen Feuerwehr ist keine Mitgliedschaft im Kegelverein – nichts gegen Kegelvereine.“

Das sagte Bezirksbürgermeister Sören Benn (Linke) bei der Ehrung der Pankower Helferinnen und Helfer für Ihren Einsatz während des Sturmtiefs Xavier im vergangenen Herbst. Viele Freiwillige seien an ihre Grenzen gegangen, so Benn.

Apropos Wetter: Ab morgen soll es zwar keinen Sturm geben, dafür aber einen Kälteeinbruch mit sibirischen Temperaturen. Ich muss jetzt dringend los und Vorräte besorgen, damit ich mich bis zum hoffentlich baldigen Frühlingsanfang zu Hause verbarrikadieren kann.

Habt ein wohlig-warmes Wochenende!

Eure Kristina Auer & die ganze Redaktion

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