Käthe soll zum Kollwitzplatz

von Anja Mia Neumann 14. Januar 2015

Eine Steinskulptur von Käthe Kollwitz verfällt. Deshalb soll sie Richtung Süden wandern. Nur wohin genau – das ist noch offen.

Die Mutter mit ihren zwei Kindern fristet ein eher trauriges Dasein. Sonne, Frost und Schnee setzen ihren Gesichtszügen zu. Kaum einer der Vorbeieilenden bleibt stehen, um sie zu bewundern. Die Kalkstein-Plastik „Mutter mit zwei Kindern“ auf dem Gelände des Bezirksamtes Fröbelstraße wird sehr stiefmütterlich behandelt. Das meinen zumindest die Pankower Bezirkspolitiker. Deshalb hat die Bezirksverordnentenversammlung (BVV) am Mittwoch beschlossen: Die Skulptur aus dem Jahr 1949 soll an einen anderen Ort wandern.

Klar scheint zu sein: Das steinerne Werk – ursprünglich von der Zeichnerin und Grafikerin Käthe Kollwitz (1867-1945), in Kopie vom Bildhauer Fritz Diederich – soll sich Richtung Kollwitzplatz bewegen. Das hätte den Vorteil, dass die Mutter mit ihren Kindern wieder in der Nähe des ehemaligen Wohnhauses von Käthe Kollwitz in der Weißenburger Straße 25, der heutigen Kollwitzstraße 58, stünde. Nur wo genau?

 

Ein neuer Standort für Muschelkalkstein und Kunstinteressierte

 

Zur Debatte steht zum Beispiel der Hof des Kultur- und Bildungszentrums Sebastian Haffner am Wasserturm. Der Vorteile hier liegen aus Politikersicht auf der Hand: Die Skulptur aus Muschelkalkstein sei vor der Berliner Witterung geschützt und verfalle nicht weiter. Außerdem würden die kunstinteressierten Besucher das Werk endlich würdigen. Schließlich schlendern die eher nicht über das Gelände des Bürgeramtes.

„Der jetzige Standort wird dem Wert und der Bedeutung dieser Plastik in keiner Weise gerecht, da der Publikumsverkehr in diesem Winkel des öffentlichen Geländes nicht sehr hoch ist“, heißt es im Antrag der Bezirks-Grünen. Ergo: „Viele nehmen sie nicht wahr.“ Dieser Prenzlauer Berger Missstand soll bald behoben sein.

 

Mehr zur Kunst im öffentlichen Raum in Prenzlauer Berg gibt es in hier in Wort und Bild.

 

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