Salon Läuse Winskiez

Läuse-Salon. Was soll das?

von Kristina Auer 24. Januar 2018

Prenzlauer Berg, ein optimales Läuse-Revier. Jetzt gruselt es Euch? Keine Panik, wir haben da was: Ein Startup in der Winsstraße sagt Kopfläusen den Kampf an – mit viel heißer Luft.


Bye bye Läuse – im Salon in der Winsstraße ist der Name Programm. Seit Ende November sagt ein Start-Up den fiesen kleinen Plagern den Kampf an. Bisher ist das Team zu viert, aber es sollen noch viele weitere Geschäfte in ganz Deutschland eröffnen. Irina La Licata ist Projetkentwicklungsmanagerin bei Bye bye Läuse und hat uns Rede und Antwort gestanden:

 

Sie haben einen Läuse-Salon eröffnet. Was soll das?

Es gibt auf der ganzen Welt schon sehr viele Läuse-Salons, in Deutschland sind wir allerdings die ersten. Wir wenden ein Verfahren an, das ein US-amerikanischer Professor seit den 80er-Jahren entwickelt hat und das ohne Chemie auskommt. Dafür benutzen wir eine Art Fön mit einem speziellen Applikator, der die Nissen – das sind die Eier der Kopfläuse – austrocknet. Danach werden die Haare mit einer speziellen Creme behandelt, die ätherische Öle und andere Inhaltsstoffe enthält. Und dann wird mit dem Läuse-Kamm alles schön gründlich ausgekämmt. Wir geben eine Garantie, dass unsere Kunden den Salon hundertprozentig läusefrei verlassen.

 

Warum kann man Kopfläuse nicht selbst bekämpfen?

Erstens enthalten die Mittel, die man in der Apotheke kaufen kann, oft richtig aggressive Chemie. Zweitens funktionieren sie oft trotzdem nicht, weil sich die Läuse über die Jahre an sie gewöhnt haben und resistent geworden sind. Die Kopfhaut greifen diese Mittel aber trotzdem ganz heftig an. Viele kommen also zu uns, nachdem sie es schon x-mal erfolglos zu Hause versucht haben.

 

Sie sagten, der Salon in der Winsstraße ist der erste seiner Art in ganz Deutschland. Gibt es in Prenzlauer Berg etwa besonders viele Läuse?

Ja, natürlich! Soweit ich weiß wurde sogar vorab eine Studie durchgeführt, wo so ein Salon am meisten Sinn machen würde. Das liegt ganz einfach daran, dass es in Prenzlauer Berg so viele Kinder gibt. Läuse übertragen sich eigentlich nur beim Kontakt von Kopf zu Kopf, und das kommt in der Schule, in der Kita oder in der Familie nun mal am häufigsten vor. So gesehen ist Prenzlauer Berg ein erstklassiges Läuse-Revier (lacht).

Die meisten unserer Kunden sind deshalb Kinder, auch wenn wir die Eltern meistens auch gleich auf Läuse kontrollieren – und nicht selten fündig werden. Der Laden ist darauf ausgerichtet, dass sich die Kinder hier wohl fühlen, es gibt Spiele, Apfelsaft und Schokolade. Außerdem lassen wir die Kinder Bilder von den Läusen malen, die können sie dann am Ende bei uns im Salon aufhängen.

Kinderbilder Läuse

Treffende Kinderbilder der Läuse und ihrer Träger (Foto: ka)

 

Die Behandlung im Läuse-Salon kostet zwischen 70 und 120 Euro pro Person. Warum ist das so teuer?

Das liegt daran, dass die Behandlung recht aufwendig ist. Ich habe ja schon erklärt, dass es mehrere Behandlungsschritte gibt. Außerdem ist es natürlich besonders wichtig, dass wir unsere Arbeit auch gründlich machen. Bei einem Mädchen mit richtig langen Haaren sind wir also zwei bis drei Stunden lang beschäftigt.

 

Haben Sie Tipps, wie sich Kopfläusen vorbeugen lässt?

Läuse hassen bestimmte natürliche Öle. Wir verkaufen beispielsweise ein organisches Lavendelöl, womit man sich zum Schutz den Haaransatz einreiben kann. Außerdem haben wir ein Haargummi mit Eukalyptusduft im Sortiment. Das sind zum Beispiel Möglichkeiten. Hundertprozentig schützen kann man sich aber nicht. Vor allem ist es ganz wichtig zu verstehen, dass Läuse nichts mit mangelnder Hygiene zu tun haben! Wenn sie eine Gelegenheit bekommen, übertragen Sie sich eben, da kann man nicht viel machen.

 

Bye bye Läuse, Winsstraße 59, 10405 Berlin. Geöffnet Montag bis Samstag von 10.30 bis 19.30 Uhr. Telefon 030 91 49 60 48.

 

In unserer Reihe „Was soll das?“ fragen wir regelmäßig Leute, was das soll. Falls Euch etwas auffällt, bei dem Ihr Euch das schon immer gefragt habt, freuen wir uns über einen Hinweis an redaktion@prenzlauerberg-nachrichten.de.

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