Mittags ist am Falkplatz Trockenperiode (Foto: Constanze Nauhaus)

Plantschen fällt ins Wasser

von Constanze Nauhaus 28. Juni 2017

Es wird wieder heiß, die Kinder zieht es ans Wasser. Doch von den Wasserspielplätzen im Bezirk funktioniert momentan kein einziger.

Und plötzlich sind sie aus. Eben noch wurden fleißig Eimerchen befüllt, dann versiegen im nächsten Moment die Wasserstrahlen aus den beiden steinernen Seelöwen am Falkplatz. Nicht nur die Kinder, die nun dastehen mit ihrer Ausrüstung und den Tieren verwundert in die Schnauze schauen, auch viele Eltern fragen sich: Was ist das für 1 Plantsche? Geht zur heißesten Tageszeit einfach aus? „Die Seelöwen in der Grünanlage Falkplatz haben eine Laufzeit von 10-20 Uhr“, heißt es zunächst einmal aus dem Büro vom Stadtrat für Stadtentwicklung Vollrad Kuhn (Grüne), dem auch das Straßen- und Grünflächenamt unterstellt ist. Aber: „Die Laufzeit wird zur Mittagszeit zwei Stunden unterbrochen, damit das Wasser im Boden versickern kann, da der Brunnen keinen Abwasseranschluss hat.“ Immerhin: es plätschert.

Was man von den fünf, ehemals sieben, Wasserspielplätzen in Prenzlauer Berg nicht behaupten kann. In Betrieb ist tatsächlich gerade kein einziger. Auf dem Mondfisch-Spielplatz in der Metzer Straße wurde die Wasserzapfstelle nach Differenzen mit einem Nachbarn ganz abgebaut, ebenso auf einem Spielplatz in der Lychener Straße. Nun gibt es zwar nominell noch fünf Wasserspielplätze im Bezirk – doch überall herrscht Dürre. Auf der Marie in der Marienburger Straße ist wegen Vandalismusschäden ein Ersatz der Pumpe notwendig, dieser muss laut Bezirksamt jedoch erst noch beantragt werden, was sich bis September hinziehen kann. Auf dem Helmholtzplatz wurden soeben Ersatzteile geliefert, dort soll am heutigen Mittwoch die Pumpe erneuert werden und es dann wieder plätschern. Das gleiche gilt für den Humannplatz und den Spielplatz am Nordende des Mauerparks, neben dem Moritzhof. Auch dort müssen Teile ersetzt werden. Sie sollen voraussichtlich ab nächster Woche wieder in Betrieb sein, auf dem Arnswalder Platz hingegen erst voraussichtlich im August.

 

Chronische Unterbesetzung im Grünflächenamt

 

Warum die Mühlen so langsam laufen? Da bemühen wir gleich das Verwaltungsbingo: Personalmangel! Dazu das Bezirksamt: „Da dem Straßen- und Grünflächenamt keine eigenen Mitarbeiter mehr für die Wartung und das Anstellen der Wasserzapfstellen zur Verfügung stehen, muss alles über Firmen beauftragt werden.“ Heißt: Das Amt hat keinen direkten Zugriff mehr und muss warten, bis es an der Reihe ist. Auch, da den Firmen selbst häufig das Fachpersonal fehle. Aus dem Straßen- und Grünflächenamt selbst heißt es, nicht einmal der Notbetrieb sei momentan gesichert. Und wenn alle Pumpen gleichzeitig ausfielen, sei es durch Vandalismus oder Abnutzung, dann komme man mit den Reparaturen wegen chronischer Unterbesetzung nicht hinterher.

Die guten Nachrichten zum Schluss: Die beiden Plantschen im Einsteinpark und im Ernst-Thälmann-Park sind in Betrieb – täglich von 12 bis 18 Uhr. Zudem ist der Neubau einer Wasserzapfstelle auf dem jüngst sanierten Affenspielplatz in der Kopenhagener Straße bis August oder September geplant.

 

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