Protest Mauerpark Straßenmusik

Straßenmusiker gegen Mauerpark-Anwohner

von Anja Mia Neumann 13. September 2018

Nachbarn des Mauerparks beschweren sich über „Lärm und Ruhestörung“ durch Straßenmusiker. Die nutzen die BVV-Tagung für Protest. News gibt es auch in Sachen Prenzlauer Berger Verkehr, Schulen und Geflüchtete.


MAUERPARK

Erst kürzlich hieß es: Die Karaoke vom Mauerpark expandiert nach London. Und während die Berliner Musik in die Welt geht, kommt die Straßenmusik der Welt nach Berlin.

Das stört einige Anwohner des Mauerparks: So etwa jene von der Nachbarschaftsinitiative Mauerpark. Ein Mitglied hat am Mittwoch vor der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Pankow gesprochen – und erhofft sich Hilfe wegen der „Lärmbelästigung“ durch „illegale Konzerte mit Verstärkern“. Sein Vorschlag: Die Karaoke muss weg, damit weniger Party-Touristen und Straßenmusiker kommen. Letztere protestierten leise und mit Pappplakaten für ihre Musik.

Der zuständige Stadtrat Daniel Krüger (parteilos, für AfD) gab dem Anwohner zwar recht, dass es im Mauerpark „eine erhebliche Problemlage“ gebe – viel helfen könne er aber nicht. Das Ordnungsamt kontrolliere nur „anlassbezogen“ und auch nur vor 22 Uhr.

Da Straßenmusiker aus der ganzen Welt anreisten, könne das Amt kaum tätig werden. Die sonntäglichen Karaoke-Partys selbst sind laut Krüger „keine unzumutbare Belästigung“ und dürfen bis zu 60 Mal im Jahr stattfinden.

 

VERKEHR

In Sachen Verkehr haben sich Pankows Politiker dieses Mal ins Zeug gelegt: Wenn es nach ihnen geht, soll die Parkspur der Schönhauser Allee zum Radweg werden. Mehr über diese „extrabreite“ Idee und die Zukunftsvision steht hier.

In der Conrad-Blenkle-Straße soll eine Tempo-30-Zone und eine Fahrradspur gesprüft werden, der S-Bahnhof Landsberger Allee könnte einen Fahrstuhl am Ausgang Richtung Syringenweg bekommen (wenn der Senat will) und leihbare Lastenräder des Projekts „fLotte Berlin“ vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club (ADFC) sind im Gespräch.

 

GEFLÜCHTETE

In Prenzlauer Berg gibt es unbebaute Flächen in öffentlichem Eigentum – die soll das Bezirksamt nun als möglichen Standort für Modulare Unterkünfte für Flüchtlinge (MUF) prüfen. Und zwar „unabhängig von ihrer aktuellen oder in politischen und rechtlichen Festlegungen vorgesehenen Nutzung“.

Konkret geht es um Teile des Güterbahnhofs Greifswalder Straße, den Parkplatz auf dem Bezirksamtsgelände in der Fröbelstraße 17 und das Klinikgelände in der Fröbelstraße 15.

 

KITAS/SCHULEN

Während die einen Eltern ihre Kinder in Kitas bringen müssen, die mehrere Kilometer entfernt sind (weil um die Ecke kein Platz frei war), schicken die anderen Eltern ihre Kinder in baufällige Schulen. Pankows Politiker haben dazu zwei Ideen: Super wäre eine Online-Tauschbörse für Kitaplätze. Das schlägt die Linke vor und will es an den Senat weiterreichen.

Was marode Schulen angeht, soll das Bezirksamt Pankow künftig eine Online-Prioritätenliste auf seiner Webseite veröffentlichen: Darin die in den nächsten Jahren geplanten Schulneubau- sowie Schulsanierungsmaßnahmen inkl. Turnhallen und Modularbauten „unter Angabe des jeweiligen Standortes, des jeweiligen Kostenbedarfs, Finanzierungsquellen und Realisierungszeiträumen“.

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