Fischsterben im Thälmannpark

von Kristina Auer 30. März 2017

UPDATE: Das völlige Umkippen des kleinen Teichs im Thälmannpark konnte noch einmal verhindert werden, dank Ehrenamtlichen und Spenden aus der Bevölkerung. Trotzdem sind fast alle Fische tot.

UPDATE vom 30. März 2017:

Die Schlimmste konnte noch einmal verhindert werden: Im künstlich angelegten Fischteich im Thälmannpark ist vorerst wieder genügend Sauerstoff. Dank massiver Wasserzufuhr konnte der Teich vor dem völligen Umkippen bewahrt werden. Der Wasserfall, der von einer Firma für den Teich gesponsort wird, wurde nach der Winterpause eine Woche früher als geplant wieder angeschaltet. „Trotzdem sind fast alle großen Fische tot“, sagt Volker Herold, der den Kiezteich ehrenamtlich pflegt. Nun müssen neue Tiere besorgt werden. Glücklicherweise habe man einen Kontakt gefunden, der Fische gratis abzugeben habe, so Herold.

An anderer Stelle freuen sich die Ehrenamtlichen über überlebende Tiere: „Eine Schildkröte habe ich neulich schon wieder gesehen“, sagt Herold. Die Spendenbereitschaft aus der Bevölkerung sei massiv gewesen: „Wir haben knapp über 2000 Euro erhalten“, freut sich Herold. Trotzdem sind die Helfer nach wie vor auf weitere Spenden angewiesen, vor allem, um die Kosten für die Wasserzufuhr zu decken. Der Bezirk Pankow hat unterdessen erneut erklärt, nicht für die Teichplfege zuständig zu sein. Der Teich habe keine wasserwitschaftliche oder ökologische Bedeutung für den Bezirk und könne daher nicht gefördert werden, heißt es in einem Schreiben des Grünflächenamts. Die Zuständigkeit über die zukünftige Entwicklung des Teichs liebe bei der Senatsverwaltung für Umwelt, heißt es dort weiter.

 

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ARTIKEL vom 3. März 2017:

„Wir mussten gerade 16 unserer Graskarpfen tot aus dem Wasser ziehen, das allein ist ein Verlust von über 1.500 Euro“, sagt Volker Herold. Gemeinsamt mit anderen Ehrenamtlichen kümmert er sich um den künstlich angelegten Kiezteich. Der Bezirk, der schon lange nicht mehr für die Pflege bezahlt, wollte den Teich einst langsam versickern lassen. Also nahmen Anwohner die Teichpflege 2007 selbst in die Hand, siedelten dort Fische, Molche, Frösche und Schildkröten an. In dem Jahr, in dem der ehrenamtlich verwaltete Teich sein zehnjähriges Jubiläum feiert, ist das Gewässer jetzt nur wenige Tage nach dem letzten Frost in großer Gefahr.

 

Unnötige Fütterung: Der Teich verfault

 

Der Teich ist umgekippt. Das bedeutet, dass im Wasser nicht mehr genug Sauerstoff ist, damit Tiere darin überleben können – der Teich beginnt zu verfaulen. Grund ist laut Herold die unnötige Fütterung der Tiere, die im Teich leben. „Tagsüber werfen Eltern mit ihren Kindern massenhaft Brot in den Teich, nachts sind es illegale Angler, die mit Mais, Reis, Mehl und Brot versuchen, die Fische anzufüttern“, sagt Herold. Angeln ist in dem ausgewiesenen Amphibienschutzgebiet natürlich eigentlich strengstens verboten.

Tote Fische schwimmen im Teich im Thälmannpark, das Wasser ist milchig (Foto: privat)

 

Die Fütterung gehe trotzdem weiter, obwohl die Teichpfleger überall Verbotsschilder aufgestellt hätten, so Herold. Das ungefressene Brot sinkt auf den Teichboden und bildet dort einen Faulschlamm.“Sogar als der Teich zugefrorern war, wurde noch Brot auf dem Teich ausgekippt. Das verstärkt das Rattenproblem und bringt alles Leben im Teich in Gefahr“, sagt Herold. Unter der Eisdecke könnten sich die Fäulnisbakterien besonders gut vermehren.

 

Dringend Spenden benötigt

 

Um den Teich zu retten, müssen Herold und seine Mitstreiter jetzt möglichst viel Wasser nachfüllen, um die faulende Flüssigkeit zu verdünnen und wieder mehr Sauerstoff in den Teich zu bringen. „Danach müssen wir sehen, was überhaupt noch lebt“, sagt Herold. Zweimal im Jahr wird der Grund routinemäßig mit Forken und Netzen entfernt, um das Gewässer am Leben zu halten. Nun müssen aber vielleicht auch neue Tiere gekauft werden, die Wasserpflanzen fressen und so dazu beitragen, den Teich sauber zu halten.

Allein die Versorgung mit zusätzlichem Trinkwasser kostet aber viel Geld. Deshalb sind Herold und die anderen Ehrenamtlichen dringend auf Spenden aus der Bevölkerung angewiesen, um den Teich im Thälmannpark zu retten. Mit Hilfe von Bezirksseite können die Ehrenamtlichen nicht rechnen. Eine Spendenaktion gibt es bereits. Wer helfen möchte, das einzige öffentliche Gewässer in Prenzlauer Berg zu erhalten, findet auf der Internetseite der Bürgerinitiative am Thälmannpark alle wichtigen Informationen sowie das Spenenkonto der Ehrenamtlichen.

 

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