Am leeren Erdbeerstand

von Thomas Trappe 21. Oktober 2013

Ein Prenzlauer Berger Rapper isst Kuchen an der Ostsee. Und wir lernen, wie man russisch flucht. Unsere Tipps der Woche.

Online ist, wenn man das Haus nicht mehr verlässt. Und warum sollte das nicht auch einmal für unsere traditionell zubereiteten Tipps der Woche Gültigkeit beanspruchen. Hier also unser Eingangstipp. Schauen Sie ein paar Minuten Internet. Oder nicht, wenn Sie Rap nicht mögen: Der Prenzlauer Berger Musiker Jenz Steiner ist an die Ostsee gefahren und hat darüber ein Lied geschrieben und nun endlich veröffentlicht. Er hatte da voll einen emotionalen Tag bei Kuchen und Bier an einem leeren Erdbeerstand. Schön ist auch die russische Werbung vor dem Song.

 

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Einar Schleef war ja eher nicht so der Rapper, dafür kam er aber aus Sachsen-Anhalt. Da wird es jetzt also keinen entsetzten Aufschrei geben, wenn wir Ihnen mitteilen, dass das Kunstmuseum der Stiftung Moritzburg des Landes Sachsen Anhalt und die Berliner Akademie der Künste Zeichnungen des Allround-Künstlers Einar Schleef präsentieren. Ohne Rap, dafür aber mit einer 20-minütigen Klang-Text-Performance im Vorfeld. Bruckstücke aus seinen Tagebuchaufzeichnungen von 1964 bis 1976 werden untermalt von Willi Kellers (Schlagzeug), Tom Arthurs (Trompete) und  Klaus Kürvers (Kontrabass), alle drei singen auch.

Die Ausstellung in der Galerie Parterre lenkt den Blick auf die Anfänge des Künstlers Schleef, der später vor allem als Schriftsteller und Filmemacher reüssierte. 150 bisher unveröffentlichte  Zeichnungen werden präsentiert, sie alle sind aus den 60er bis 80er Jahren und haben meist die Stadt Berlin zum Thema, wo Schleef die meiste Zeit seinen Lebens verbrachte. Bis auf wenige Ausnahmen sind die Bilder bisher unveröffentlicht.

 „Kontainer Berlin. Einar Schleef. Zeichnungen“, Eröffnung Dienstag, 22. Oktober 20 Uhr, zu sehen bis 19. Januar, mittwochs bis sonntags 13 bis 21 Uhr, donnerstags 10 bis 22 Uhr, Galerie Parterre, Danziger Straße 101, Haus 103, Eintritt frei.

 

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Die Zeitungen sind ja dieser Tage voll davon. 200 Jahre ist das große Ereignis nun her, und wir alle sind in diesen Wochen vereint in unseren Gedanken an den legendären Frieden von Gulistan (Persien verlor damals den Kaukasus an Russland, aber wem erzählen wir das?) Aus diesem Anlass bringt uns der Autor Wladimir Sergijenko am Donnerstag bei, wie man russisch flucht. Und am Ende wird Wodka ausgeschenkt, verdammte Scheiße. 

Wladimir-Sergijenko-Estrade, Donnerstag, 24. Oktober, 19.30 Uhr, Habbema, Bühne der Peter-Hacks-Gesellschaft,  Mülhauser Straße 6 – Hofgebäude, Eintritt sechs Euro, ermäßigt vier.

 

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Dass es im Pfefferberg-Theater längere Bauzeiten gab, lag nicht am Wodka, sondern einfach daran, dass da ein bisschen umgekrempelt wurde. Seit dem 20. September ist das neue Theater nun wieder eröffnet, und in dieser Woche ist eine Premiere zu sehen. „Zwei Genies am Rande des Wahnsinns“ lautet der leicht abgedroschene Titel, und es geht um einen Komiker in Geldnot und einen heruntergekommenen Staatsschauspieler, die sich zufällig vor anwesendem Publikum auf einer Theaterbühne treffen. Vom Publikum werden sie für Bühnenarbeiter und Putzkräfte gehalten (keine Angst, Sie müssen sich dafür nicht verstellen). Nun glaubt der Komiker wiederum, die geplante Veranstaltung sei eine Hochzeit, und der Staatsschauspieler denkt, es ginge um eine Beerdigung. Worauf diese Theatermenschen immer so kommen! Raus kommt skurrile Situationskomik und ein tragisches Ende, heißt es in der Ankündigung. 

„Zwei Genies am Rande des Wahnsinns“, Premiere am Freitag, 25. Oktober, 20 Uhr, Theater am Pfefferberg, VIA Schankhalle Pfefferberg gGmbh, Schönhauser Allee 176, Eintritt 24,50 Euro, ermäßigt 16.

 

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Aber solche albernen Verrücktheiten auf offener Bühne sind ja für Kinder und Jugendliche nichts, da muss man sie erst mal ans Theater heranführen, am besten auf die Bühne. Zum Beispiel im Jugendttheaterclub des Kunsthauses Prenzlauer Berg, der am Wochenende eröffnet wird, und zwar mit einem Kennenlern- und Einführungsworkshop. 
Jugendlichen im Alter von 16 bis 25 Jahren sollen sich in dem Workshop intensiv dem Theater widmen, was Jugendlichen ja nicht unbedingt immer naheliegt. In Folgeterminen, jede Woche montags, werden Schauspielgrundlagen gelernt und vertieft, und irgendwann wird ein Stück aufgeführt. Hier ist das Ganze etwas ausführlicher dargestellt.

Theaterworkshop, Start Sonntag, 26. Oktober 10 bis 17 Uhr, Folgetermine montags ab 19 Uhr, „Junge Bühne“, 1. Obergeschoss, Danziger Straße 103, Teilnahme ist kostenlos.

 

 

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