Tipps der Woche (#32)

von Juliane Schader 20. August 2012

Die BVV Mitte tagt zum Mauerpark, die umstrittene Sanierung der Oderberger Straße wird für beendet erklärt und Ödipus besucht die Neuzeit: Die diesmal politisch angehauchten Tipps der Woche.

Eigentlich dachten die Bezirksverordneten von Mitte, ihr Teil der Arbeit zur Erweiterung des Mauerparks sei getan. Doch dann kam es über den Sommer, wie berichtet, alles ganz anders. Am kommenden Donnerstag sollen die Bezirksverordneten nun absegnen, was hinter ihrem Rücken und gegen ihren Willen beschlossen wurde. Wer sehen will, ob sie es tun, und was sich die Gegner des Ganzen für diesen Tag ausgedacht haben, sollte um 17.30 Uhr in die Karl-Marx-Allee 31 kommen. Schon für 17 Uhr ruft die Stiftung Weltbürgerpark zu einer Demo vor dem Rathaus auf. Der Eintritt ist frei.

10. öffentliche Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung Mitte von Berlin, Donnerstag, 23. August, 17.30 Uhr, BVV-Saal, Karl-Marx-Allee 31.

 

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Man hatte ja zwischenzeitlich die Hoffnung verloren, dass die Oderberger Straße jemals wieder Baustellenfrei werden könnte. Nun ist es aber so weit, und da Senat und Bezirk das als Grund zur Freude ansehen, gibt es am Freitag um 12 Uhr eine feierliche Übergabe des ersten Bauabschnitts zwischen Eberswalder Straße und Kastanienallee. Dann kann jeder selbst beurteilen, ob die massiven Proteste der Anlieger dazu geführt haben, die Straße zu sanieren, ohne ihr ihr Flair zu nehmen. Ephraim Gothe (SPD), Staatssekretär der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, und Jens-Holger Kirchner (Grüne), Pankows Stadtentwicklungs-Stadtrat, sind angekündigt und wollen auch gleich noch den neuen Spielplatz auf dem sogenannten neuen Hirschhof eröffnen. Der alte Hirschhof, in den 80ern als Treffpunkt und Freiraum für Anwohner und Oppositionelle entstanden, bleibt aber weiterhin verschlossen. Die Bürgerinitiative Oderberger Straße, die sich so aktiv in die Sanierungsarbeiten eingemischt hatte, hält sich mit dem Feiern daher noch ein wenig zurück: Ein Straßenfest solle es erst geben, wenn wirklich alles fertiggestellt sei, so ihr Sprecher.

Spielplatz-Eröffnung und offizielle Übergabe der Oderberger Straße, Freitag, 24. August, 12 Uhr, Eintritt frei.

 

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Das Theater unterm Dach beendet als erstes die scheinbar unendlich lange Theaterpause dieses Sommers und zerrt zur Saisoneröffnung gleich jemanden aus der Antike in die Welt von heute: Ödipus. „Ödipus Klage“ heißt das Stück von Thomas Schwartz, in dem man den Ödipus der Neuzeit auf der Couch seines Therapeuten herumliegen und über die Abgründe seiner Seele sprechen sieht bzw. hört. Natürlich nur widerwillig, denn wer spricht schon gerne darüber, dass er aus Versehen den Vater ermordet und die Mutter geheiratet hat. Da stößt doch selbst der moderne Patchwork-Gedanke an die Grenzen des Verständnisses.

„Ödipus‘ Klage“, Premiere am 24. August um 20 Uhr, weitere Vorstellungen unter anderem am 25. und 26. August sowie 6. bis 9. September, Theater unterm Dach, Danziger Str. 101, Karten kosten 8, ermäßigt 5 Euro und können unter 90295 3817 reserviert werden. 

 

 

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