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Ein Anwalt für den Mauerpark

21.11.2012 | Juliane Wiedemeier

Der Mauerpark wird, so wie es aussieht, erweitert. Für die Gestaltung im Süden wünscht die Bürgerwerkstatt sich nun einen unabhängigen Experten als Berater: Anwaltsplanung heißt das.

Die Erweiterung des Mauerparks erweitert auch den Wortschatz: Nachdem wir gelernt haben, was Geschossflächenzahl, parkverträgliche Nutzung und Öko-Brücken sind, kommt nun noch die Anwaltsplanung hinzu. Rainer Krüger von der Bürgerwerkstatt Mauerpark Fertigstellen hat sie ins Gespräch gebracht, nachdem die Werkstatt ihre Arbeit nun wieder aufgenommen hat.

 

Fachliche Unterstützung für engagierte Bürger

 

Das Konzept der Anwaltsplanung kommt aus den USA und sieht vor, dass Bürger in Beteiligungsprozessen von Experten unterstützt werden. Anwalt meint also in diesem Fall nicht die juristische Person, sondern jemanden, der sich mit einem Thema besser auskennt als die Betroffenen und Laien. Im Falle der Bürgerwerkstatt könnte dies ein unabhängiger Stadt- oder Landschaftsplaner sein, der die Bürger fachlich berät und unterstützt und damit ein professionelles Gegengewicht zu den Planern auf Seiten des Senats und des Bezirks bildet.

„Es ist kein grundsätzliches Misstrauen gegenüber den Verantwortlichen, das mich auf die Idee mit der Anwaltsplanung gebracht hat, sondern der Wunsch nach einer weiteren unabhängigen Meinung", sagt Krüger. An Punkten, die innovative Ideen benötigen, mangelt es auf der Fläche für die Parkerweiterung im Süden nicht: Noch muss geklärt werden, wie die Gewerbefläche zwar verpachtet und dennoch durchgehend für Parkbesucher zugänglich sein kann. Die Frage der Zufahrt für das neue Wohngebiet ist noch nicht abschließend geklärt. Und auch die Nutzung der Pufferzone zwischen Park und Wohngebiet im Norden ist noch offen. „Wir sind in einer Phase, mal etwas Neues auszuprobieren", meint Krüger. Ein bisschen frischer Wind könnte dem Mauerpark tatsächlich ganz gut tun.

 

Finanzieren müsste den Anwalt die Grün Berlin

 

Bezahlen und damit auch befürworten müsste die Anwaltsplanung die Grün Berlin, die die Bürgerwerkstatt betreut. „Eigentlich haben wir ja schon jetzt ein Verfahren, in dem die Bürger von Experten begleitet werden", meint Hans Göhler. Ausschließen wolle er den Wunsch, Externe hinzuzuziehen jedoch nicht. „Wir werden das offen diskutieren."

Ob mit oder ohne Anwalt, die Arbeit der Bürgerwerkstatt für die neuen Parkflächen geht also zunächst weiter. Wie das für das Baufeld nördlich des Gleimtunnels aussieht, ist derweil noch nicht entschieden: Es fehlen sowohl eine klare Zusage von der CA Immo als Grundstückseigentümer als auch von der Bürgerwerkstatt selbst, ob sie sich überhaupt beteiligen mag. „Da wird noch diskutiert", sagt Krüger.  

 

 

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