Tulpenmassaker und Deckensturz

von Redaktion der Prenzlauer Berg Nachrichten 28. Mai 2017

Zerstörerisch ging es in dieser Woche zu in Prenzlauer Berg: Hier werden liebevoll angelegte Beete zerstört, dort stürzt die Decke ein. Zur Beruhigung widmen wir uns außerdem der Straßenkunst.

Liebe Mitglieder!

Große Empörung fuhr in dieser Woche durch die Hobbygärtner-Herzen unseres schönen Stadtteils, denn: Das seit Jahr und Tag über Geld- und Personalmangel klagende Grünflächenamt hatte offenbar genügend von beidem, um das liebevoll von Bürgerhand angelegte Urban Gardening an einigen Straßenbäumen zunichte zu mache. Offenbar handelte es sich um eine Art Versehen. Aber es geht noch schlimmer: Denn während bei den einen „nur“ der Boden umgegraben wird, stürzt andernorts gleich die Decke zusammen. Hier kommen unsere zerstörerischen: 

Themen der Woche: Tulpen, Trümmer, Temperamente

  • Amt wütet im Blumenbeet: Eigentlich soll das Grünflächenamt die Pflanzenwelt pflegen. Jetzt hat es dem Urban Gardening auf einigen Prenzlauer Berger Straßen brutal den Garaus gemacht. Der Stadtrat greift ein.
  • Späti in Trümmern: In dem Geschäft in der Kanzowstraße stürzt bei vollem Betrieb die Decke ein. Wer verantwortlich ist, bleibt bislang unklar. Der Verkauf geht weiter – auf der Straße.
  • Geballte Straßenkunst in Bild und Ton: Felix Hülpüsch malt seit 20 Jahren Prenzlauer Berger Wände an, mittlerweile professionell. Im Podcast hat er uns seine Geschichte erzählt.
  • Noch mehr Kunst: 450 Regenschirme verwandeln die Willner-Brauerei derzeit in ein buntes Labyrinth: 4000 Gäste in zwei Tagen werden bei der Kunstinstallation „Labyrinth Of Lies“ erwartet. Wir haben uns für Euch durch den Irrgarten gesucht und unsere Erfahrungen in einer Bildergalerie verarbeitet.

Und was ist sonst los in Prenzlauer Berg?

***

  • Bundeskanzlerin Angela Merkel war in dieser Woche in Prenzlauer Berg zu Besuch und hat mit Schülern der Kurt-Tucholsky-Oberschule über Flüchtlingspolitik und Europa gesprochen. Die Berliner Zeitung war mit von der Partie.
  • Woran denkt man beim Stichwort „Liebesroman“? Vielleicht an Stallburschen mit flatterndem Rüschenhemd, die barbusige bretonische Bräute im Arm halten? Die Konferenz der Liebesromanfans ging jedenfalls am Wochenende in Prenzlauer Berg vonstatten und die Berliner Morgenpost war dabei.
  • Empörung um fehlende Einladung: Ende Mai zieht das bat-Studiotheater der Ernst-Busch-Hochschule zurück nach Prenzlauer Berg. Liedermacher Wolf Biermann, der das Theater einst gründete, wurde zunächst nicht zur Wiedereröffnung eingeladen, berichtet der Tagesspiegel.
  • Am Landgericht hat der Prozess gegen drei Männer begonnen, die insgesamt fast sieben Kilogramm Marihuana im und um den Mauerpark verkauft haben sollen. Die Berliner Zeitung berichtet.
Kriminelles und Unschönes aus dem Kiez:

Diese Berliner Themen sind wichtig für uns:

  • Spielplatz-Posse in Weißensee: Drei der wichtigsten Anlagen sind wegen Baufälligkeit gesperrt, während 200.000 Euro in eine neue fließen, schreibt die B.Z.
  • Aufregung an zwei Pankower Grundschulen: Ein noch recht junger Mann soll mehrere Grundschüler auf dem Nachhauseweg gezielt angesprochen und sie aufgefordert haben, mit ihm nach Hause zu gehen, berichtet die Berliner Zeitung.
  • Bei der Schulplatzvergabe wiegt der Einzugsbereich schwerer als die Geschwister-Regelung: Allein an der Grundschule am Teutoburger Platz konnten für das nächste Schuljahr zehn Geschwisterkinder nicht angenommen werden. Auch hier berichten die Kollegen von der Berliner Zeitung.
  • Berliner Zeitung, die Dritte: Kleingartenkolonien in Gefahr – fast 3000 Parzellen könnten schon bald bebaut werden. Die Bahn, der auch die Kolonie „Sorgenfrei“ in Plänterwald gehört, plant den Verkauf von Grundstücken.

Entdeckt in Prenzlauer Berg…

…haben wir in dieser Woche ein New Yorker Taxi! Wir sind uns sicher: Entweder es handelt sich um den Guinness-Weltrekord der längsten Taxifahrt aller Zeiten, oder der Ruhm von Konnopkes Currywurst reicht jetzt schon bis in die USA…was meint Ihr?

Termine und Tipps:

Das habt Ihr vielleicht verpasst:
  • Shoppen unter Schafen: Drei Schafe grasen auf den Schönhauser Allee Arcaden, auf dem Parkdeck produzieren vier Bienenvölker Honig – eine unbekannte Tierwelt über dem alltäglichen Einkaufswahnsinn.
  • „Autos haben in Städten keinen Platz“: Hermann Knoflacher ist ein Wiener Verkehrsprofessor mit radikalen Ideen: Privatautos will er gänzlich aus Städten verbannen. Was das für Prenzlauer Berg bedeuten würde.
Unser Zitat der Woche:
  • „Am Mittwoch sollte die Oderberger Straße dran sein.
Das sagt Stadtrat Vollrad Kuhn (Grüne) über die Beräumungswut seines Grünflächenamtes. Inzwischen hat er das Tulpenmassaker in Prenzlauer Berger Baumscheiben vorerst gestoppt. Sonst wäre in der Oderberger Straße jetzt auch wieder alles braun.

So, ich suche jetzt schonmal mein Nachtsichtgerät heraus und bringe mein Mikrofon in Stellung. Heute Abend ist es nämlich endlich so weit, wir gehen auf Nachtigallen-Expedition!

Wenn Ihr heute Abend auch mit dabei seid, sehen wir uns also später. Allen anderen wünsche ich jetzt schon ein sonniges Wochenende!

Eure Kristina Auer & die ganze Redaktion

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