Wir trinken Sekt und haben Augenringe

von Kristina Auer 3. Juni 2017

In dieser Woche haben die Prenzlauer Berg Nachrichten doch glatt eine neue Internetseite bekommen. Außerdem werden wir Zeugen einer historischen Einigung am Hirschhof und raufen uns die Haare bei der näheren Betrachtung des Schulplatzmangels im Bezirk.

Liebe Mitglieder!
Ihr habt es wahrscheinlich schon mitbekommen: In dieser Woche haben wir den Relaunch unserer neuen Internetseite gefeiert! Ab sofort sind die Prenzlauer Berg Nachrichten so richtig mobil, also auch vom Handy aus gut zu lesen. Dafür haben wir uns ein paar Nächte um die Ohren gehauen und der Prenzlette eine Rundumerneuerung gegönnt. Was genau alles neu ist, könnt Ihr nochmal hier nachlesen, ein Foto von unseren Augenringen inklusive. Falls Ihr noch nicht auf der neuen Seite vorbeigeschaut habt, bietet sich dafür jetzt eine großartige Gelegenheit bei der Lektüre unseres:

Thema der Woche: Pankow, Deine Schulen!

Und was ist sonst los in Prenzlauer Berg?

  • Geduldsprobe am Hirschhof: Nach jahrelangem Streit gibt der Bezirk nach und lässt den Privatzugang für Hauseigentümer zu. Vorerst kommt aber noch gar niemand durch: die Bauarbeiten am Platzhaus verzögern sich.
  • Was trällert so laut durch Nacht und Wind? Es sind die Prenzlauer Berger Nachtigallen! Und wir waren mittendrin – beim Mitgliedertreffen auf Nachtigallen-Erkundungstour.

Kurznachrichten aus dem Bezirksamt:

  • Sprechzeitausfall im Jugendamt: Weil die Anträge mit Betreuungsbeginn zum 1. August 2017 dringend schnell bearbeitet werden müssen, finden im Fachdienst Kindertagesbetreuung von 12. bis 16. Juni keine Sprechstunden statt.
  • Ich hab‘ gezeichnet, da ist aller Kummer verflogen“ – am 20. Juni startet im Museum eine Ausstellung zu Ehren der Malerin Beatrice Zweig. Gemeinsam mit ihrem Mann, dem Schriftsteller Arnold Zweig floh sie im Jahr 1933 nach Palästina, wo viele Gemälde entstanden sind. Drei Jahre nach Kriegsende kam die Familie Zweig zurück nach Deutschland. Beatrice Zweig lebte ab 1950 bis an ihr Lebensende in Pankow.
  • Die erste Modulare Unterkunft für Geflüchtete in Pankow ist fertig: Am Tag der offenen Tür am 13. Juni können Interessierte die Unterkunft in der Wolfgang-Heinz-Straße in Buch besichtigen und den dortigen Ansprechpartnern ihre Fragen stellen. Ab voraussichtlich Mitte Juni sollen 450 Menschen in die Unterkunft einziehen, die bisher in Notunterkünften in ganz Berlin gewohnt haben.

Unsere Fundstücke für Prenzlauer Berg:

  • Eine Erzieherin der Kita Gleimstrolche in Prenzlauer Berg soll Kinder mehrfach schwer misshandelt haben, berichtet die taz. Kinder, die nicht schlafen wollten, seien mit dem Gesicht nach unten festgebunden worden. Wenn Kinder nicht essen wollten, soll die Erzieherin mit den Fingern nachgedrückt haben.
  • Das Theater o.N. muss vielleicht schon bald die Kollwitzstraße verlassen, wie wir vor einigen Wochen berichtet haben. Der rbb hat einen Besuch gemacht und erzählt im Video, wie es im Konflikt zwischen Eigentümergemeinschaft und Theater gerade steht.
  • Vergangene Woche haben wir vom Spätkauf in der Kanzowstraße berichtet, wo bei laufendem Betrieb die Decke eingestürzt war. Der Inhaber stand durch das Unglück vor dem Ruin. Jetzt naht Rettung: Der Eigentümer will die Decke auf eigene Kosten reparieren, berichtet die Berliner Zeitung.
  • Absichtlich nicht eingeladen, weil er die Linke kritisierte: Eine Professorin der Ernst-Buch-Hochschule für Schauspiel sagte dem Freitag, die Theaterleitung habe Wolf Biermanns Erscheinen bei der Wiedereröffnung des von ihm gegründeten bat-Theaters verhindern wollen.

Kriminelles und Unschönes aus dem Kiez:

Diese Berliner Themen sind wichtig für uns:

  • Die Mietenexplosion bedroht nicht nur die Wohnbevölkerung, sondern auch das kleine Gewerbe. Deutschlandfunk Kultur berichtet von vielen Kündigungen, unter anderem für einen Teeladen in der Raumerstraße in Prenzlauer Berg.
  • Schulplatz-Misere, die Zweite: Viele Grundschulen, auch in Prenzlauer Berg, können kommendes Schuljahr nicht mehr alle Erstklässler aus ihrem Einzugsgebiet aufnehmen. Der Tagesspiegel verkündet das Ende der kurzen Schulwege.
  • Arbeitslose müssen nicht um jeden Preis Jobs in der Erotikbranche annehmen, schreibt die Berliner Zeitung. Das hat die Bundesregierung erklärt. Das Job-Center hatte einer 40-jährigen Pankowerin eine Stelle als Verkäuferin in einem Sexshop angeboten – unter Androhung von Sanktionen, sollte sie ablehnen.
  • Das DDR-Epos „In Zeiten des abnehmenden Lichts“ von Eugen Ruge kommt in die Kinos. Die Geschichte um einen Vater mit einer Karriere in der Pankower Politbürokratie ist klug und schön verfilmt worden, findet die Morgenpost.

Diese Woche erlebt in Prenzlauer Berg…

…haben wir und bestimmt auch Ihr alle ein apokalyptisches Gewitter. Die Redaktion konnte sich gerade noch rechtzeitig ins Trockene retten, aber nicht alle hatten so viel Glück wie wir. Das beweisen die vielen Fotos und Erfahrungsberichte, die uns unsere Leser von überall in Prenzlauer Berg geschickt haben.

Termine und Tipps:

  • Samstag, 3. Juni: „die einen, die anderen“ ist ein Tanzstück über Körperbilder, das von 14 behinderten und nicht-behinderten Menschen dargeboten wird. Heute, morgen und an acht weiteren Terminen wird die deutsch-brasilianische Produktion in der Halle Tanzbühne in der Eberswalder Straße aufgeführt.
  • Dienstag, 6. Juni: Im Freiluftkino in der Willner Brauerei läuft am Dienstag das Drama „Fado“ über Eifersucht, Ängste und eine ungesunde Beziehung zwischen zwei Deutschen Auswanderern in Lissabon.
  • Mittwoch, 7. Juni: Dritter Abend der Reihe Lieder und Dichter im Haus für Poesie: Im Mittelpunkt steht Schuberts Liederzyklus, der als Schwanengesang bekannt ist, sowie die Texte des 1957 geborenen Dichters Uwe Kolbe, die auf Schuberts Lieder Bezug nehmen.
Das habt Ihr vielleicht verpasst:
  • Amt wütet im Blumenbeet: Eigentlich soll das Grünflächenamt die Pflanzenwelt pflegen. Jetzt hat es dem Urban Gardening auf einigen Prenzlauer Berger Straßen brutal den Garaus gemacht. Der Stadtrat greift ein.
  • Geballte Straßenkunst in Bild und Ton: Felix Hülpüsch malt seit 20 Jahren Prenzlauer Berger Wände an, mittlerweile professionell. Im Podcast hat er uns seine Geschichte erzählt.
Unser Zitat der Woche:
  • „Das wird knackig.

Das sagt der bezirkliche Schulplaner Andreas Kusserow, über die Herausforderungen in Sachen Schulplätze, die in den nächsten Jahren auf Pankow zukommen.

Und wir machen jetzt direkt nochmal eine Flasche Sekt auf! Schließlich müssen wir unsere neue Seite ja gebührend feiern. Wir hoffen, Ihr freut Euch mindestens genauso sehr wie wir und wünschen Euch ein herrliches, langes Wochenende mit viel Erholung und Sonne!

In diesem Sinne, Prost!

Eure Kristina Auer & die ganze Redaktion

2 Kommentare

Martin 4. Juni 2017 at 11:42

Glückwunsch zum Relaunch. Die Links könnten ausgezeichnet werden, so dass man sie sieht.

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Kristina Auer 5. Juni 2017 at 22:19

Hallo Martin, vielen Dank! Bei den neuen Artikeln werden wir die Links jetzt kennzeichnen! Liebe Grüße!

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