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Radstreifen machen Radfahren risikoreich

23.02.2011 | Gastautor | 12 Kommentare

Die Einrichtung einer Angebots-Fahrradspur würde Radfahren auf der Kastanienallee gefährlicher machen, meint Daniel Röttger von der BI Wasserturm.

Radfahren ist ein großes Thema in Prenzlauer Berg, wo Radfahrer bis zu 40 Prozent am Gesamtverkehr ausmachen. Gleichzeitig befindet sich hier mit der Kreuzung Schönhauser Allee/Danziger Straße am U-Bahnhof Eberswalder Straße einer der gefährlichsten Orte für Radfahrer in ganz Berlin.

Wie es um den Radverkehr im Ortsteil bestellt ist, haben wir bereits in diesem Artikel vorgestellt. Nach dem Gastbeitrag von Cornelius Bechtler, dem verkehrspolitischen Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen in der BVV folgt nun eine Einschätzung von Daniel Röttger von der Bürgerinitiative Wasserturm.

 

GASTBEITRAG VON DANIEL RÖTTGER

 

Der geplante Umbau der Kastanienallee wird zum einen mit der Verkehrssicherheit für Radfahrer und zum anderen mit der gewünschten Beschleunigung der Tram auf ihren 650 Metern Weg durch die Kastanienallee begründet.

Herr Bechtler, grüner BVV-Abgeordneter in Pankow und Funktionär des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs, zeigt in seinem Gastartikel für die Prenzlauer Berg Nachrichten, dass er nach wie vor kein ausgereiftes Konzept für die Kastanienallee anbieten kann. Es mangelt an der logischen Zusammenfügung der von ihm genannten (Verkehrs- )verhältnisse und am sinnvollen Interpretieren von Verkehrs- und Unfallstatistiken: Die von ihm genannten Verhältnisse auf der Straße lassen bei unvoreingenommener Analyse den Schluss zu, dass der derzeitige Verkehr eine für Fahrradfahrer sehr attraktive und relativ gefahrenreduzierte Verkehrssituation bietet - bei einem, wie Herr Bechtler richtig sagte, stadtweiten Spitzenwert des Fahrradverkehrs in der Straße, und angesichts des von ihm nicht genannten Fakts einer in Relation zur Verkehrsdichte geringen Zahl von Fahrradunfällen - und besonders von schweren Fahrradunfällen - auf der Kastanienallee. 

 

Ausweichen über Tram-Gleise ist keineswegs ungefährlich

 

Herr Bechtler beschreibt, dass direkt neben der von ihm befürworteten Angebots/Fahrradspur die Straßenbahnlinie verlaufen würde. Ein Halten und Lieferverkehrsgeschehen dort sei nicht nur möglich, sondern auch völlig legal. Was Herr Bechtler verschweigt, ist, dass das für den Radfahrer in diesem Falle notwendige Ausweichen ÜBER die Tramgleise keineswegs ungefährlich wäre. Im Gegenteil schreibt er, dass die tatsächlichen Gefahren viel kleiner seien, als sie subjektiv eingeschätzt würden.

Wir wissen nicht, in welchem Lehrbuch für den Fahrradfreund diese Weisheiten gefunden werden können - wir wissen aber, dass die Situation auf der Kastanienallee eine andere ist. Der zentrale Unterschied sind die erwähnten Tramgleise direkt neben dem Angebots-/Fahrradstreifen. Ein Radfahrer, der die Lücke im fließenden Verkehr suchte, müsste gleichzeitig diese Gleise bedenken und meistern - eine meiner Erfahrung als passioniertem Radfahrer nach nicht ganz so leichte Aufgabe, die eine zügige und gleichzeitige Vorwärts-, Rückwarts- und Seitwärtsorientierung verlangt. Scheiterte ein Radfahrer daran und stürzte, wäre er einer viel höheren Gefährdung ausgesetzt, als er es heute ist. Schließlich soll mit dem Umbau die Fahrbahnbreite von heute sieben auf neun Meter zunehmen, was den Tram- und Autoverkehr wesentlich beschleunigte. Die real gefahrene Geschwindigkeit der motorisierten Verkehrsteilnehmer wird nach verkehrspsychologischen Erkenntnissen dadurch um etwa 15 km/h zunehmen.

 

Entgegenkommender Verkehr könnte zur tödlichen Falle werden

 

In seiner bruchstückhaften Analyse vernachlässigt Herr Bechtler aber noch einen weiteren entscheidenden Parameter, der für die Fahrradfahrer zu einer tödlichen Falle werden könnte - den entgegenkommenden Auto- und Tram-Verkehr. Dieser führe im Verhältnis zur heutigen Verkehrsführung stärker in der Mitte der Straße, da der Angebotsstreifen dies verlangte. Ein Fahrradfahrer, der etwa hinter einem haltenden Lieferfahrzeug hervor"springen" würde, (wie es beim Überqueren von parallelen Gleisen notwendig ist), käme sehr schnell, und unter Umständen sehr überraschend, in den Radius dieses Gegenverkehrs. Eine Kollision mit dem (beschleunigten) Gegenverkehr wäre so viel eher möglich.

Summa summarum: Die heutige Verkehrsführung in der Kastanienallee ist gekennzeichnet durch eine relativ schmale Fahrbahn (sieben Meter), die von drei schnellen Verkehrsteilnehmergruppen (Fahrradfahrer, Tram, Autos) sowie den querenden, langsameren Fußgängern genutzt wird. Alle sind sich, bewusst oder unbewusst, über die potentiellen Gefahren dieser engen Konstellation im Klaren - und verhalten sich entsprechend rücksichtsvoll. Daher gibt es relativ wenige wirklich schwerwiegende Unfälle. Die Verkehrssituation erinnert etwas an das Modell eines "shared space", in dem Vorsicht, Rücksicht und Vernunft den Verkehr im wesentlichen gut und erfolgreich regeln.

 

Entschleunigung macht Straßenverkehr sicherer

 

Natürlich ließe sich diese Situation noch verbessern, indem die Voraussetzungen für diese Grundprinzipien im urbanen Verkehr gestärkt würden. Dies erreicht man aber gerade eben nicht durch eine Straßenverbreiterung und Verkehrsbeschleunigung oder eine zwar baulich-theoretische, aber praktisch nicht realisierbare Trennung der Verkehrsspuren. Sinnvoll sind im Gegenteil verkehrsentschleunigende Maßnahmen wie eine kontrollierte(!) Tempo-30-Beschränkung, mehr und vor allem sichtbare Fahrradpiktogramme zwischen und neben den Schienen sowie ggf. auch eine Kinder-Bedarfsampel - oder auch (drastische) Fahrbahnverschmälerungen, z.B. im Abbiegebereich von der Schönhauser Allee in die Kastanienallee.

Wir erinnern uns, dass die Bürgerinitiativen im Kiez und der ADFC vor einigen Jahren FÜR sinnvolle und verkehrssituationsadäquate Fahrrad-/Angebotsstreifen kämpfen mussten, damit z.B. in der Greifswalder Straße nicht die amtlichen Fehlplanungen wie auf der Prenzlauer und Schönhauser Allee wiederholt werden, die heute die wirklich unfallträchtigen und gefährlichen Orte für Fahrradfahrer und Fußgänger im Prenzlauer Berg sind. Unsere häufig getätigte Aussage, dass Fahrradstreifen in bestimmt 95% der größeren Straßen eine gute und sinnvolle Lösung für den Fahrradverkehr sein mögen, möchten wir auch hier wiederholen.

In der Kastanienallee sind aber die Gegebenheiten etwas diffiziler, so dass eine 08-15-"Angebotsstreifen"-Konservenlösung genauso in die Irre führt wie andere ideologisch begründete oder von Partikularinteressen bestimmte Projekte im Kiez. Nachdem in der Kastanienallee seit drei Jahren im wesentlichen ein Versteckspiel vom Tiefbauamt aufgeführt wurde, schlagen wir vor, die verschiedenen Argumente in einem ernsthaften, wirklich öffentlichen Prozess zu erörtern - und dann in einem Akt der direkten Demokratie den Betroffenen zwei oder drei durchdachte Planungsvarianten zur Abstimmung vorzulegen.

 

Autor: Daniel Röttger stammt aus der bekannten Fahrradstadt Münster /Westfalen. 1988 kam er mit 20 Jahren zum Medizinstudium nach Berlin. 1996 zog er nach Prenzlauer Berg. Im Jahr 2006 ist er Mitbegründer der Bürgerinitiative BI-Wasserturm. Röttger ist zudem Mitglied der Initiative Stoppt K21 (die sich gegen den Umbau der Kastanienallee wendet). Beruflich ist er als Arzt in Berlin tätig. 

Kommentare

1 | zufuss | 23. Feb. 2011 15:11

Volle Zustimmung! Was in der Kastanienallee wirklich zählt ist die konsequente Verlangsamung des Verkehrs. Doch die einfachen Lösungen, die ohne Neuvermessungen und genormte Parktaschen auskommen, haben es Verkehrssicherheitspolitikern zumeist nicht angetan. Man hält fertige Patentlösungen parat, die untergebracht werden müssen - in diesem Fall den so genannten Angebotsstreifen. Und weil das so sein muss, müssen die parkenden Autos auf den Gehweg und die Fußgänger um zwei Meter zurücktreten.

Herrn Bechtlers Artikel zeigte einmal mehr, worum es den Befürwortern des Generalumbaus in der Kastanienallee geht: die Straße muss zum Konzept passen und nicht umgekehrt.

2 | BinBerlinerIn | 23. Feb. 2011 16:18

Daniel Röttger sei nur hinzugefügt,durch einiges an persönlichen Gesprächen habe ich bei ADFC-Leuten, meistens Grüne, nie den Eindruck, es ginge denen um die Suche nach einer Lösung des Problems, sondern um die Durchsetzung einer Doktrin: Radstreifen. Besonders krass war das am 9.2.2011 bei der Höhmann-Sitzung in der GLS-Aula zu erkennen:
allein die ADFC-Gruppe hielt in der Art einer Betonfraktion der Bezirksplanung die Stange, allen voran auf dem Podium: Frau Martina Schneider (stellv. Landesvorsitzende des ADFC Berlin), die sich absolut resistent für Argumente zeigte und gebetsmühlenhaft die seit drei Jahren unveränderten Positionen herunter leierte - die einzige Gruppe, die sich in diesem Streit NULL bewegt hat! Jemand entfuhr es: "die sind schlimmer als der ADAC"
Es wurde deutlich, dass diese leicht(?) fanatisch wirkende Gruppe, bestimmt nicht die Lobby der Radfahrer sind, von denen sie in Berlin noch nichtmal ein Prozent sind, sondern einfach die Lobby ihrer selbst, des ADFC.
Nicht vergessen werden, bei der Würdigung dieser merkwürdigen Organisation sollte auch die Idee Hartz-Leute Fahrräder überwachen zu lassen: UNGLAUBLICH!
http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/hartz-iv-empfaenger-als-fahrrad-bewacher9988.php
BIN-Berlin schreibt diese never-ending story zwischen BVV und Tag des Zorns übrigens immer weiter fort: http://bin-berlin.org/wp/?p=371

3 | tocco | 24. Feb. 2011 10:54

Kann man allen Anwohnern der schönen Kastanienallee viel Glück wünschen, daß nicht über ihren Köpfen entschieden wird!

Wenn, wie geplant die Parkplätze von der Straße verschwinden und ein Fahrradweg aufgemalt wird, nimmt automatisch der Autoverkehr und die damit verbundene Lärm-und Feinstaubbelastung zu!

Wie sich die Schreibtischdiktatur mit ihrer 0815 Angebotsstreifen-Politik in der Realität auswirkt, erleben die Anwohner in der Gartenstraße in dem Abschnitt Bernauer Straße - Luisen Straße seit zwei Jahren. Seit Einführung des Radweges und der Wegnahme der Parkplätze, rasen die Autos und Lastwagen 24 Stunden durch die optisch „verbreiterte“ Straße.
Dieser Dauerlärm ist unerträglich geworden!

Der permanente Lärm und der Anstieg der Feinstaubbelastung wurde in der Planung nicht richtig berücksichtigt, nämlich gar nicht.

Stellt sich im Fall der Kastanienallee die Frage, ob in der Planung diese wichtigen Faktoren von vorne herein mit einbezogen worden sind. Dies sollte man auf jeden Fall prüfen.

4 | Cornelius Bechtler | 24. Feb. 2011 11:03

Sehr geehrter Herr Röttger,

eine 6 m breite Fahrbahn ist ausreichend, um ein widerrechtlich abgestelltes Fahrzeug zu überholen. Eine 6 m breite Fahrbahn lässt sogar nach der RASt 06 (Bundesanstalt für Straßenwesen) einen Begegnungsverkehr von 2 Lkw vor. Gerne können Sie die Quelle prüfen. Sie finden die Angaben auf S. 26 der RASt 06.

Meine Argumente werden eindeutig gestützt durch den Verkehrssicherheisbericht 2010, der eine mehrjährige Auswertung des Unfallgeschehens vorgenommen hat. Außerdem liegen zur Straßenplanung Stellungnahmen der technischen Aufsicht der BVG und der Verkehrslenkung Berlin vor.

Dass das Unfallgeschehen in der Kastanienallee ein Problem ist, hat vor ein paar Jahren die Berliner Unfallkommission veranlasst, sich eingehender mit der Problematik zu beschäftigen.

Ich finde es ein großes Problem, dass die Bürgerinitiativen mit unbelegten Behauptungen agieren. Kein Argument wird fachlich belegt. Zur Augenhöhe gehört auch, dass man sich diese fachliche Expertise beschafft. Stattdessen diffamieren Sie Ihre Gegner. Dies macht es schwer miteinander zu kommunizieren und auch gemeinsam nach Lösungen zu suchen.

Mit freundlichen Grüßen

Cornelius Bechtler

5 | Daniel | 24. Feb. 2011 16:29

Hallo Herr Bechtler,
ich habe mich mit den Zahlen und den Bewertungen der Verkehrssicherheitslage in der Kastanienallee durchaus befasst. Und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass Ihre Deutungen (bei weitem) nicht zutreffend sind.
Auf zwei Veranstaltungen zum Thema Kastanienallee fasste der Tiefbauamtsleiter Herr Lexen (sozusagen "Ihr" Mann) die Unfallproblematik so zusammen: "Es gibt auf der Kastanienallee relativ viele Unfälle mit Fahrradfahrern - zum Glück meist nur leichte und nur ganz wenig schwere Unfälle." Bei den überdurchschnittlich vielen Fahrradfahrern und den problematischen Tramgleisen ist dieses Ergebnis allerdings auch nicht erstaunlich. Allerhöchstens, dass die Unfälle in der ganz überwiegenden Mehrzahl so glimpflich sind.
Von toten Radfahrern, wie Sie sie in Ihrem Artikel erwähnt haben, ist die Kastanienallee zum Glück bisher verschont - warum wohl? Das sagten Sie sogar selbst auf einer der stattgefundenen Veranstaltungen.
Wenn Sie der Meinung sind, dass die Zahlen und Deutungen der "Fachleute" Ihre Alarm-Thesen unterstützen, dann bringen Sie doch einfach einmal eine schön aufgearbeitete Quellensammlung, mit akademisch korrekt geführtem Quellennachweis. Das posten wir gern auf der bi-wassertum.de Seite, oder Sie setzen es auf die Seite der Grünen in Pankow, oder auf die ADFC-Seite? Oder steht dort schon etwas vergleichbares, und wir haben es in den letzten 3 Jahren bloss nicht finden können? Die Bringschuld für einen solchen Nachweis liegt sicherlich bei denen, die 1,5 Mio. Euro aufgrund einer sehr dünnen Hypothese verbaggern wollen ... und gleichzeitig unter Umständen eine funktionierende Straße ruinieren.
Hätten Sie diesen Nachweis nachvollziehbar erbringen können, dann könnte sich jeder sein eigenes Bild machen und man könnte sich das Gegackere über die vielen ungelegten Eier sparen.

Bis dahin möchte ich die verehrte Leserschaft auf die polizeiliche Unfallstatistik hinweisen, der sich schon einiges entnehmen lässt.
http://www.berlin.de/polizei/verkehr/statistik.html
... dort die Fahrradunfallberichte der vergangenen Jahre mit jeweiligen Straßenstatistiken.

Zum zweiten: Wie sehen Sie die von mir erläuterte Problematik - des blockierten Angebots-/Fahrradstreifens - dem über die Gleise ausweichen müssenden Fahrradfahrer - dem beschleunigten und relativ mittig fahrenden Gegenverkehr?

mfg

Daniel Röttger

6 | parteineutral | 24. Feb. 2011 18:34

es ist schade, dass die grünen in pankow von lobbyistengruppen, hier
adfc wie die cdu beim thema autobahnverlängerung, hier adac vereinnahmt sind.
herr bechtler spricht von 10000 fahrradfahrern zu spitzenzeiten, bringt dafür trotz aufforderung keinen beleg. vielleicht eine studie aus amerika zitieren, fachexpertise....
die grünen wandern real und in umfragen in den prozentekeller und wenn man sich das auftreten der herren kirchner, bechtler, ratzmann (wo ist ihre
mediale, starke unterstützung für die anwohnerbefragung???) anschaut mit guten grund.
wahlen sind im september und bis dahin müssen die herren noch viele fragen beantworten, nicht nur zur kastanienalleee, wobei herr bechtler ja verkehrsexperte ist...:)

7 | Soledad Montero | 01. Mär. 2011 00:01

Bin zwar keine Verkehrsexpertin, aber dennoch sehr für den Ausbauvorschlag des Bezirksamtes. Ich wohne in der Gegend und fände es sehr gut, wenn es endlich vernünftige Radwege gibt, also diese mit durchgezogener Linie, auf denen NICHT geparkt oder gehalten werden darf.
Wie ist es denn bitte jetzt, Herr selbsternannter Bürgerfunktionär Daniel Röttger? Kein bisschen besser! Sondern schlechter. Wenn ich die Kastanienallee entlangfahre, werde ich sehr oft gefährdet: entweder durch unvorsichtige Autotürenöffner oder durch waghalsig entgegenkommende Autofahrer, die partout nicht warten können, einen mir entgegenkommenden Radler überholen müssen oder - passiert fast täglich - die Straßenbahn auf der falschen Seite überholen. Das alles würde mit einem Radstreifen der Vergangenheit angehören. Bitte mal etwas genauer nachdenken, ehe man eine "Einschätzung" (Zitat) schreibt!
Gut, vielleicht parkt mal einer illegal drauf. Damit muss man umgehen können, darüber freue ich mich nicht, und alle Anwohner sind sich wohl einig, dass das Bezirksamt rücksichtsloses Verhalten konsequenter / wirkungsvoller verfolgen muss (das gilt auch für Hundescheiße und Kneipenstühle - offtopic).
Ok, ein zweiter Punkt. Seit 10 Monaten habe ich ein Baby und bin dadurch auch mehr zur Fußgängerin geworden. Da bin ich ja dermaßen genervt von dem scheiß (Tschuldigung...) Wildparken! Und Stoßstange an Stoßstange (wie jetzt) geht auch nicht. Man kommt nicht den Gehweg lang, und man kommt nicht über die Straße! ELTERN BRAUCHEN PLATZ UND DIESE GEHWEGZUNGEN, wie zB im Bötzowviertel. Und zwar so gebaut (das jetzt an Hr. Kirchner), dass sie nicht gleich vom nächsten Auto als bequemer Ausweichparkplatz benützt werden. Ich war neulich in der Sprachenschule bei der Veranstaltung von diesem SPD-Menschen. Und ich habe beim Alternativ-Vorschlag "Nur-Ausbesserung" nicht gesehen, wie das Falschparkproblem gelöst wird. Und, wisst Ihr, was ich glaube? Euch sind die Fußgänger, Steuergelder und Radfahrer doch egal. Ihr wollt doch nur, dass alles so bleibt wie bisher, damit Ihr weiter schön Eure Karren auf der Straße und nebenher noch illegal auf dem Gehweg parken könnt!

Gruß
Soledad

8 | Daniel | 01. Mär. 2011 12:18

Liebe Soledad,

Da Du mich und die anderen "selbsternannten Bürgerfunktionäre" hier so nonchalant abkanzelst, möchte ich Dir einen link empfehlen, der zeigt, wie die "selbsternannten Bürgerfunktionäre" sich seit Jahren im eher mühevollen Betrieb mit der Bezirkspolitik herumschlagen, um die von Dir angesprochenen Themen auf die Agenda zu bringen:
http://www.bi-wasserturm.de/html/Verkehr.html

mfg Daniel Röttger

9 | Daniel | 01. Mär. 2011 23:27

Sehr geehrter Herr Bechtler,
darf ich aus Ihrem Schweigen auf meine oben gestellte Frage schließen, dass sie Beweise für Ihre Alarmthese "Kastanienallee ist so gefährlich, dass ein (Brachial)-umbau gerechtfertigt ist" anhand empirischer Daten nicht erbringen können oder wollen?

Schade, dass Sie es nicht einmal versuchen, ... die Öffentlichkeit hat gerade bei der anstehenden kleinen "Anwohnerbefragung", oder dem alternativen pankowweiten Bürgerentscheid, ein Recht darauf, dass die BVV-Parteien ihre Projekte nachvollziehbar zu begründen versuchen.

mfg

10 | Klaus Beier | 03. Mär. 2011 00:39

Ich bin als Vielradfahrer, der täglich die Kastanienallee auf und ab radelt absolut für die Einrichtung der Radangebotsstreifen und damit für die Umbaupläne des Bezirksamtes. Ich fühle mich auf Radangebotsstreifen sicherer, sei es in der Wichertstraße, Greifswalder Straße und anderswo. Die Kastanienallee im jetzigen Zustand ist gefährlich, zwischen den Schienen wird man von Autofahrer abgedrängt, zwischen parkenden Autos und den Gleisen ist der Sicherheitsabstand zu den parkenden Autos nicht zu halten, hier erwarten den Radfahrer spontan geöffnete Autotüren. Es ist durchaus vertretbar, die breiten Gehwege zugunsten der Radfahrer von gastronomischen Einrichtungsgegenständen zu befreien und somit zu verschmälern. Das die Gastros dagegen Sturm laufen ist verständlich und war zu erwarten. Sie vertreten nur ihre Interessen.

Dem Artikel und den Kommentaren vom nichtgewählten aber dafür selbsternannnten Verkehrsexperten Daniel entnehme ich, dass es ihm um Anerkennung geht. Aberle und Genossen mit ihren Selbstinszenierungen von der Zweimann-BI Wasserturm, ihr seid toll, ihr habt Presse, die Bühne ist bereitet. Die Kamera immer im Anschlag könnt ihr Euch inszenieren! Vielleicht reicht es ja für die Goldene Henne für den besten investigativen Journalismus.

Muss schlimm sein, mit solch einem Geltungsbedürfnis ausgestattet zu sein, oder?

11 | Daniel | 03. Mär. 2011 15:16

... nee, Herr Beier, so geht das nicht.
Reden Sie jetzt mal nicht so kariert daher, sondern mal zur Sache.
Ihre gefühlte Unsicherheit würde durch den Umbau in eine reale Unsicherheit überführt. Wenn Ihnen das lieber ist, bitte sehr.
Lesen Sie sich mal in das Thema ein, ... nehmen Sie mal nen Zollstock, ... steigen Sie mal ab und beobachten den Verkehr auf der Kastanienallee mal in aller Unaufgeregtheit. Kann ich Ihnen nur raten.

12 | frank naber | 08. Okt. 2011 17:58

leute, leute - seht es doch einfach als herausforderung: in den (möglichweise dann mit 70 kmh) fließenden verkehr ÜBER straßenbahnschienen einzufädeln, ist einfach eine riesige herausforderung an das fahrerische können des radlers.
ich denke genau darin liegt auch der reiz für die profis vom adfc. das sind halt auch adrenalinjunkies...
na, und wenn denn mal einer scheitert und als hackepeter unter der tram liegt - C’est la vie, wie der franzose sagt oder, wo gehobelt wird, fallen späne...
also leute - seht es mal etwas sportlicher!

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