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Brand Fröbelstraße

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Nach dem Brand

20.06.2014 | Juliane Wiedemeier | 3 Kommentare

Eine linksradikale Gruppe hat sich zu dem Brandanschlag auf das Bezirksamt in der Fröbelstraße bekannt: Das Ordnungsamt sorge für eine Ordnung, die sie ablehnten. Der Stadtrat kritisiert das scharf.

Nach dem Brandanschlag auf eine Tür des Bürgeramtes am Donnerstagmorgen findet Torsten Kühne (CDU), Pankows Stadtrat für Bürgerservice, deutliche Worte: „Den gestrigen Brandanschlag auf den Sitz des Bezirksamtes in der Fröbelstraße verurteile ich scharf. Das im Zusammenhang mit dem Anschlag aufgetauchte Bekennerschreiben ist Ausdruck eines extremistischen und undemokratischen Gedankenguts und verunglimpft die wichtige Arbeit der Ordnungsbehörden, insbesondere der Ordnungsämter“, so der Stadtrat in einer nun veröffentlichten Erklärung.

Wenige Stunden nach dem Brand, der gegen drei Uhr in der Früh von einer Reinigungskraft entdeckt und gelöscht worden war, war ein Bekennerschreiben der linksradikalen „Gruppo Informale“ im Internet aufgetaucht. „Wir haben in der Fröbelstraße (Berlin) eine der Eingangstüren in Brand gesetzt um ein symbolisches Zeichen gegen den Ordnungswahn des Ordnungsamtes zu setzen“, heißt es dort. „Das Ordnungsamt sorgt für eine Ordnung welche wir ablehnen.“ (Die fehlenden Kommata, weil sie auch im Original fehlen, Anm. d. Red.) Außerdem ist viel von Kapitalismus, Solidarität und nervenden Bullen die Rede.

 

Weitere Anschläge nicht ausgeschlossen

 

Darüber hinaus bekennt sich die Gruppe in dem Schreiben zu einem Brandanschlag auf eine Commerzbankfiliale in Friedrichsfelde. Eine Tochter der Bank habe die Zwangsversteigerung des Wagenplatzes am autonomen Hausprojekt Köpi an der Köpenicker Straße vorangetrieben. Weitere Anschläge seien nicht ausgeschlossen: „Wenn sich an unseren Projekten und Häusern vergriffen wird, dann wird das Folgen haben.“ Nun ermittelt der polizeiliche Staatsschutz.

Stadtrat Kühne nutzt derweil die Gelegenheit für ein Plädoyer für die Mitarbeiter des Ordnungsamtes, die mit ihrer Arbeit einen wichtigen Beitrag zum Wohle der Gemeinschaft leisteten. „Das präventive Wirken und die Durchsetzung der demokratischen Spielregeln zielen auf den rücksichtsvollen Umgang miteinander und dienen dem Schutz vor Rücksichtslosigkeit, Bequemlichkeit und Egoismus“, so Kühne. „Der Brandanschlag und das Bekennerschreiben spiegeln nicht die vielfache Wertschätzung für die geleistete Arbeit wider und sind nicht zu tolerieren.“

 

 

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Kommentare

1 | Christoph Baumgarten | 20. Jun. 2014 13:05

Ich lehne Aktionen wie Brandstiftung entschieden ab, aber ich ärgere mich auch über die Art von Berichterstattung.
"(Kommasetzung wird offenbar auch abgelehnt, Anm. d. Red.)" =>
Im Gegensatz zu extistenziellen Themen wie "Zwangsversteigerung des Wagenplatzes" ist das ein Hohn für die vertriebenen Opfer.

"Außerdem ist viel von Kapitalismus, Solidarität und nervenden Bullen die Rede." Das ist suggestive Sprache und keine feine Art. Scheinbar lag aufgrund dieser subjektiven Bewertung der Redaktion das Schreiben komplett im Original vor. Kann man dies den Lesern zugänglich machen?

2 | Juliane Wiedemeier | 20. Jun. 2014 13:16

@Christoph Baumgarten
Wir haben das in der Redaktion diskutiert und uns bewusst gegen das Verlinken des Bekennerschreibens entschieden - weil damit ja noch mehr Aufmerksamkeit geschaffen wird für diese Gruppe, und Aufmerksamkeit ist ja der Hauptgrund für deren Taten. Aber Sie sollen sich natürlich auch selbst ein Bild mache können:
https://linksunten.indymedia.org/de/node/116982

3 | saldiani | 24. Jun. 2014 10:02

Also, das Bekennerschreiben ist durchaus aufschlussreich. Abgesehhen davon, dass die ein bißchen links verstrahlt sind in ihrer Terminologie, haben sie mit einigem durchaus Recht. Es gibt keinen Grund das nicht zu verlinken. Abgesehen davon, wäre es an der Zeit,, mal grundsätzlich die Ordnungsämter in Rage zu stellen. Sie knüpfen nicht umsonst an die Funktionen des Blockwarts an. So verhalten sie sich auch oft und so ein Bild haben sie von sich. reglementieren, schickanieren, dabei immer auf die Kleinen - ist oft ihre Devise. Autofahrer können davon ein Lied singen.
Abgesehen davon, dass sie viel Zeit mit Dingen verbringen, die überflüssig sind, zum Beispiel Wildbader am See zu vertreiben, der nicht naturgeschützt ist. Es braucht weniger Staat und mehr Verantwortung - damit haben die "Extremisten" durchaus Recht - nur dass Brandanschläge (also Gewalt) selber Keimzelle von Autorität und somit Staat sind das ist ihr Fehler

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