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Kultur | Sternen-Kolumne

Es wird nachts noch dunkler

06.02.2017 | Tim Florian Horn

Als ob es nicht sogar tagsüber schon dunkel genug wäre: jetzt erwartet uns auch noch eine Mondfinsternis. Dafür schein Venus um so heller. Die Sterne über Prenzlauer Berg im Februar.

Astronomische Höhepunkte im Monat Februar:

  • Am 10./11. findet eine Halbschattenfinsternis des Mondes statt
  • Venus strahlt hell am Abendhimmel
  • Jupiter ist während der zweiten Nachthälfte zu sehen
  • Saturn ist morgens sichtbar

 

Mondphasen


PLANETEN AM NACHTHIMMEL

VENUS beherrscht als sogenannter „Abendstern“ den Himmel nach Sonnenuntergang. Wenn Sie sich bei klarem Wetter in den Abendstunden umblicken, stellen Sie schnell fest, dass ein sternähnliches Himmelsobjekt heller als alle anderen ist: Es handelt sich um den Planeten Venus. Sie finden unseren Nachbarplaneten nach Sonnenuntergang im Südwesten bzw. etwas später in westlicher Richtung. Im Februar nimmt die Venus für uns die größtmögliche Helligkeit ihrer aktuellen Sichtbarkeitszeit ein. Über den Monat hinweg bewegt sie sich durch das Sternbild Fische.
MARS liefert sich am Sternenhimmel ein Wettrennen mit der Venus. Er steht den ganzen Monat über ein Stück links oberhalb des „Abendsterns“, ist aber deutlich weniger hell als Venus. Er ist als rötliches, sternähnliches Objekt nach Sonnenuntergang zu beobachten.
JUPITER ist im Februar der Planet der zweiten Nachthälfte: Er geht immer früher auf, am Ende des Monats bereits gegen 21:30 Uhr. Wenn Sie vor Sonnenaufgang das Haus verlassen, können Sie ihn je nach Uhrzeit ungefähr in südwestlicher Richtung als helles sternähnliches Objekt finden.
Teleskopbeobachtungen des Jupiters und seiner vier größten Monde werden dadurch auch für nicht-nachtaktive Menschen wieder möglich.


Saturn ist wieder am Nachthimmel beobachtbar. Er ist aktuell nur kurze Zeit vor Sonnenaufgang im Südosten aufzufinden. Noch steht der Herr der Ringe nur relativ knapp über dem Horizont, solange es dunkel ist. Haben Sie noch ein paar Monate Geduld, die Zeiten der Sichtbarkeit vergrößern sich kontinuierlich. Im Sommer 2017 können Sie dann auch in den Abendstunden wieder die Ringe des Saturn im Teleskop beobachten.
Momentan ist er vor allem zu finden, wenn man seine Position kennt. Seine Helligkeit ähnelt nur der eines helleren Sterns, was das Finden erschwert.

10./11. FEBRUAR HALBSCHATTENFINSTERNIS DES MONDES

In der Nacht vom 10.2. auf den 11.2. findet eine von Deutschland beobachtbare Halbschattenfinsternis des Mondes statt. Normalerweise bemerken nur wenige Menschen diese Ereignisse, da sich der Vollmond nicht vollständig verdunkelt. Im konkreten Fall ist die Lichtabschwächung jedoch so stark, dass der Unterschied auch unerfahrenen Mondbeobachtern auffällt.
Eine Mondfinsternis findet immer bei Vollmond statt. Nur dann steht die Erde genau zwischen Sonne und Mond, so dass der Mond ganz oder teilweise in den Schatten der Erde eintreten kann. Im Fall des 10./11.2. gelangt noch direktes Sonnenlicht auf die Mondoberfläche, nur ein Teil der Mondoberfläche befindet sich im Schatten der Erde. Darum spricht man von einer Halbschattenfinsternis, die weniger spektakulär ist als eine totale Mondfinsternis. Die Finsternissemitte wird am 11.2. um 1:45 Uhr erreicht.

 

STERNBILDER

Am Abendhimmel sind die Sterne des Winters in ihrer gesamten Pracht zu sehen.
Schon direkt nach Sonnenuntergang ist das Sternbild Stier hoch im Süden einfach zu finden. Unter den Sternbildern des Tierkreises ist der Stier besonders auffällig. Der V-förmige Kopf wird durch den linken Augenstern Aldebaran dominiert, der auch schon mit bloßem Auge als roter Stern erkennbar ist. Es handelt sich um einen alten, roten Riesenstern. Weiterhin sind bei guter Sicht viele kleine Sterne im Kopf des Stiers zu beobachten, es handelt sich um den Sternhaufen Hyaden. Ein noch auffälligerer Sternhaufen befindet sich im Rücken des Stiers: die berühmten Plejaden, auch Siebengestirn genannt. Der Name Siebengestirn ist dabei allerdings eine missverständliche Überlieferung, mit bloßem Auge sieht man zwischen sechs und neun Sterne – genau sieben sind es bei der Beobachtung in der Regel nicht. Es handelt sich dabei um Sterne, die mit einem Alter von ca. 100 Mio. Jahren noch recht jung sind.


Noch berühmter als das Sternbild Stier ist am Winterhimmel der Jäger Orion. Man erkennt ihn leicht an seinen drei auffälligen Gürtelsternen. Auch Schultern und die Füße bzw. Beine des Orion kann man sich aufgrund der relativ hellen Sterne gut vorstellen. Im Schwert des Orion, das unterhalb seines Gürtels zu finden ist, kann man unter perfekten Wetterbedingungen und ohne künstliche Lichteinflüsse von Städten einen nebligen Fleck entdecken. Es handelt sich dabei um eine Sternengeburtsstätte, den Orionnebel.

Auffällig am winterlichen Sternenhimmel ist ein großes Sechseck bestehend aus hellen Sternen. Dazu gehören:

  • Aldebaran, das rote Auge des Stiers
  • Rigel, der rechte Fuß des Orion
  • Sirius, der hellste Stern am Himmel im Sternbild großer Hund
  • Prokyon im kleinen Hund
  • Kastor und Pollux in den Zwillingen (sie bilden zusammen eine Ecke des Sechsecks)
  • und Kapella im Sternbild Fuhrmann.

 

VIEL FREUDE BEI DER HIMMELSBEOBACHTUNG!
Die Teams der Berliner Planetarien und Sternwarten wünschen Ihnen einen klaren Himmel und viel Freude bei der Himmelsbeobachtung!
Bei Fragen können Sie sich gerne an uns wenden: sekretariat@planetarium-berlin.de

 

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