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Mauerpark: Flohmarkt vor dem Aus

17.07.2014 | Thomas Trappe | 2 Kommentare

Den Betreibern wurde zum Herbst der Mietvertrag gekündigt. Jetzt wird ein neuer Mieter gesucht. Offenbar war die CA Immo unzufrieden mit dem Marktmanagement.

Der Flohmarkt im Mauerpark wird voraussichtlich nur noch bis Ende September dieses Jahres von seinen jetzigen Betreibern geführt werden. Das teilten die Mieter der Fläche jetzt mit, die Kündigung wurde von dem Vermieter, der CA Immo, gegenüber der Redaktion bestätigt. Über den Grund gibt es keine offiziellen Auskünfte. Allerdings erklärte die CA Immo auch, „dass wir nicht ohne Grund einen Mietvertrag kündigen”, es werde jetzt nach einem Betreiber „mit einem neuen Konzept gesucht”. Soll heißen: Das bisherige Konzept ist der CA Immo ein Dorn im Auge. Offenbar geht es dabei vor allem um die Nutzung von Fläche, die nicht im Mietvertrag festgelegt ist. Seitens der Mieter des Flohmarktgeländes heißt es hingegen, dass seit Ende letzten Jahres die Kommunikation mit den Vermietern zusammengebrochen und von diesen eine Einigung nicht angestrebt worden sei.

Der Flohmarkt wird in seiner jetzigen Form seit zehn Jahren von der Flohmarkt am Mauerpark GmbH betrieben, er ist Anziehungspunkt für tausende Touristen, die vor allem in den Sommermonaten den Park besuchen. Der Flohmarkt ist auch Teil der Planungen des Bezirks Mitte zum gesamten Mauerparkgelände: Demnach soll, im Gegenzug für das Bebauungsrecht im Norden für die Groth-Gruppe, der Süden des Geländes in Hände des Landes übergeben. Und dieses, so der Plan, wollte das Gelände in Erbbaupacht an die derzeitigen Mieter übergeben, den Flohmarkt und die Mauersegler. Noch ist aber die CA Immo Besitzer des Geländes – mit der Kündigung ändert sie damit auch die Koordinaten des über Jahre ausgehandelten Kompromisses zur Mauerparknutzung. (Hier geht’s zum Dossier Mauerpark)

 

Flächen wurden über Mietvertrag hinaus genutzt

 

Markus Diekow, Sprecher der CA Immobilien Anlagen AG, erklärt auf Anfrage, dass die Kündigung nicht kommentiert werde. Die CA Immo wolle aber eine Fortsetzung der Flohmarktnutzung, am besten „nahtlos”, so Diekow. Es werde deshalb jetzt eine Ausschreibung geben, und auch der jetzige Betreiber dürfe sich erneut bewerben. Allerdings, so viel ist klar, nicht mit dem alten Konzept. Was an diesem nicht stimmt, bleibt von der CA Immo offiziell unbenannt.

Entsprechend verwundert zeigt sich Lars Herting, einer der drei Geschäftsführer der Flohmarkt GmbH. „Das Mietverhältnis hat sich seit Ende vergangenen Jahres kontinuierlich verschlechtert. Warum, wissen wir nicht.” Er räumt ein, dass über Jahre Flächen, die nicht im Mietvertrag festgelegt waren, trotzdem für den Flohmarkt genutzt wurden, allerdings habe es dafür mündliche Absprachen mit den Vermietern gegeben. Im vergangenen Jahr hätten er und seine Geschäftspartner die Situation bereinigen wollen und der CA Immo eine Nachtragsverhandlung angeboten. „Wir hatten angeboten, fast das Doppelte an Miete zu zahlen, dafür aber auch die gesamte genutzte Fläche vertraglich festgesetzt zu nutzen.“ Ein halbes Jahr hätten die Verhandlungen gedauert, im November hätte sie die CA Immo aber überraschend aufgekündigt, verbunden mit der Forderung, Flächen zu beräumen", so Herting. Die CA Immo will dies nicht kommentieren, auch nicht die Frage, ob es wirklich mündliche Absprachen gab.

 

Petition gestartet

 

Lars Herting hofft weiterhin, dass seine GmbH weiterhin den Flohmarkt betreiben kann, gestern Abend wurde eine Petition gestartet, die Unterschriftenliste soll als Bekräftigung der neuen Bewerbung beigelegt werden. Die Ausschreibung hat aller Voraussicht nach wegweisende Bedeutung: Jenes Unternehmen, das sie gewinnt, geht mit erhöhten Chancen in die dann bald anstehenden Verhandlungen um die Erbpacht – und könnte sich damit das lukrative Flohmarktgeschäft auf Dauer sichern.

 

 

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Kommentare

1 | Dave Stohler | 17. Jul. 2014 15:25

Dein Überschrift ist eine Lüge. Also nicht viel mit Nachrichten zu tun. Der Flohmarkt steht keineswegs vor dem Aus. Nur der nicht gerade populären Betreiber könnte wechseln.

2 | frank naber | 17. Jul. 2014 19:07

ich könnte mir sowas wie auf dem kollwitzplatz vorstellen - bio weißweinschorle für 8 euro 0,1, handgestrickte neuseeland wollsocken für 38 euro/paar und - natürlich - freilaufende, glückliche wecken... das wär doch primale...

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