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Investoren? Nein danke!

14.03.2013 | Juliane Wiedemeier

Die Anwohnerinitiative Thälmannpark hatte zur Diskussion um die Zukunft des Areals geladen und eine Wabe voller Menschen war gekommen. Deren größte Sorge: Veränderung durch Neubau.

Investor wollte man am gestrigen Mittwochabend in der Wabe nicht sein. Die Anwohnerinitiative Thälmannpark hatte eingeladen, um über die anstehenden Veränderungen am Areal zu informieren und die Bewohner zu fragen, was sie sich eigentlich wünschen. Ihre Botschaft war deutlich: Ein bisschen schöner und gepflegter könnte der Park schon sein, und auch neue Spielplätze oder eine Kaufhalle wären sehr willkommen. Aber wirkliche Aufwertung? Nein danke! Die Angst, nun verzögert die Entwicklung der umliegenden Altbauquartiere nachzuholen, ist riesengroß. Investoren mit ihren Neubauplänen macht das zum Feindbild Nummer eins.

Die Aktivitäten der im Dezember gegründeten Anwohnerinitiative laufen parallel zu der Untersuchung, die derzeit im Auftrag des Bezirks zu dem Gelände durchgeführt wird. „Bürgerbeteiligung ist oft so: Die Bürger kommen vorbei, meckern ein bisschen, und dann macht die Politik, was sie will. Das soll hier anders laufen", meinte Markus Seng von der Initiative. Gleichzeitig solle jedoch die Politik auch nicht entlassen werden aus der Verantwortung, sich ebenfalls zu kümmern.

 

Unnötige Sanierung und Rollatorgerechtigkeit

 

Nach einer kurzen Einführung zur Geschichte und der Eigentumsstruktur des Areals zwischen S-Bahnring, Greifswalder und Danziger Straße sowie Prenzlauer Allee ging es an die Fragerunde: Was passiert mit dem Denkmal, was mit dem Rosengarten? Bleibt der Hockeyplatz erhalten? Wann werden die Straßen endlich Rollatorgerecht? Und warum sollen eigentlich die Plattenbauten saniert werden? Das ist doch nur eine künstliche Aufwertung, um die Mieten steigen zu lassen! Auf vieles gab es an diesem Abend keine Antwort. Doch die Veranstalter notierten eifrig mit, als Basis für ihre weitere Arbeit.

Neben vielen auch sehr individuellen Sorgen und Wünschen war die Skepsis gegenüber den Neubauten der Aspekt, der die Anwohner einte. Der Prenzlauer Bogen als deren Vorhut wurde als Inbegriff einer misslungenen Planung gehandelt, die sich architektonisch und von der Bewohnerschaft überhaupt nicht in die Umgebung einpasst. Als sich ein Vertreter des dort verantwortlichen Investors zu Wort meldete, drohte die sonst sehr friedliche Stimmung kurz zu kippen. Sein Einwand, der Bau sei nach geltendem Recht entstanden, wurde nicht akzeptiert. „Sie haben sich nur dort an der Umgebung orientiert, wo es ihnen passte - nämlich bei der Gebäudehöhe", meinte einer der Veranstalter. Allerdings wurde durchaus anerkannt, dass sich die Investorenseite überhaupt in die Wabe gewagt hatte.

 

Gekommen, um zu bleiben

 

Kurz vor Abschluss griff dann noch ein Mitarbeiter der Gewobag als Eigentümer der meisten Häuser des Thälmann-Parks zum Mikrofon und verkündete, dass noch gar nicht klar sei, wann und in welcher Weise diese saniert werden sollten. Er stellte jedoch klar, dass es auch jenseits der Sanierung eine Entwicklung geben könne. Noch in diesem Jahr solle etwa ein Mieterbeirat gegründet werden und eine Umfrage aufdecken, welche soziale Infrastruktur dem Park fehle.

Dann folgte noch ein Aufruf der Initiative, konkrete Ideen an bereitgestellten Plakatwänden zu notieren und sich auf in Zukunft einzumischen. „Das ist keine Eintagsfliege. Wir sind gekommen, um zu bleiben", sagte Markus Seng. Weitergehen soll die Arbeit nun in thematischen Kleingruppen.

Die Präsentation der Initiative sowie erste Ergebnisse der Veranstaltung werden auf deren Internetseite veröffentlicht.

 

 

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